Startschuss für die 3D-Dokumentation der Bremer Weserlastkähne

Die Bremer Weserlastkähne aus dem 17. Jahrhundert, maritimes Kulturgut, das im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte lagert, werden digital erfasst. Zwei Stiftungen sichern die Finanzierung.

Neben der „Bremer Kogge“ von 1380 zählen sie zu den ältesten Schiffen des Museums, waren jedoch bisher für die Museumsgäste unsichtbar: zwei hölzerne Lastkähne, die 2007 beim Bremer Teerhof am Weserufer gefunden worden waren.
Datiert auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, sind diese archäologischen Schiffe etwa drei Jahrhunderte jünger als die mittelalterliche „Bremer Kogge“. Dank einer Förderung durch die Kulturstiftung der Länder und die in Bremen ansässige Karin und Uwe Hollweg Stiftung in Höhe von insgesamt rund 92.000 Euro kann dieser frühneuzeitliche maritime Kulturschatz jetzt nach zeitgemäßgen Standards und Methoden digital dokumentiert werden.

So ist zunächst vorgesehen, die Eichenholzkähne systematisch mittels moderner Scanverfahren digital zu erfassen und präzise Datensätze zu erstellen, die wiederum die Berechnung von 3D-Modellen ermöglichen sollen. Außerdem werden Holzproben entnommen, an denen materialkundliche Analysen zur Vorbereitung einer späteren Konservierung wesentlicher Komponenten des größeren der beiden Lastkähne vorgenommen werden. Das konservierte Lastkahnfragment sollen die Museumsgäste im Eingangsbereich der zukünftigen DSM-Ausstellung „An Bord – Schiffe verändern die Welt“ im sanierten Scharoun-Bau sehen können.

Die Bremer Weserlastkähne sind Kulturgut von internationaler Relevanz, da Wasserfahrzeuge dieses Typs nur äußerst selten in einem aussagekräftigen Erhaltungszustand überliefert worden sind. Sie stellen bedeutende Zeugnisse des frühneuzeitlichen Warentransports auf der Weser dar, wie insbesondere am Beispiel des „Bremer Sandsteins“ deutlich wird, welcher aus dem Binnenland über die Weser nach Bremen transportiert wurde und von dort auf seegängigen Schiffen als Baustoff seinen Weg unter anderem in die Niederlande, nach Dänemark-Norwegen, Russland, Batavia sowie nach Amerika fand.

Der mit solchen Lastkähnen organisierte frühneuzeitliche Warentransport nahm die spätere Funktion Bremens als bedeutendes Drehkreuz im seit dem 19. Jahrhundert aufkommenden industriellen Güter- und Personenverkehr zwischen Binnenland, Küste und Übersee vorweg. Die Schiffe sind somit Schlüsselobjekte einer historischen Erzählung von der zunehmenden Verflechtung globaler Warenströme sowie von tiefgreifenden politischen und ökonomischen Transformationsprozessen.

Das DSM kooperiert im Rahmen des Projekts mit renommierten nationalen und internationalen Partnern, wie dem Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung, dem Fachbüro für Archäologie und Vermessung Denkmal3D und der School of Mechanical and Materials Engineering am University College Dublin sowie auch mit der Landesarchäologie Bremen.

 

 

 

 

 

 

 

Credit: DSM / Archiv

.svgNavPlus { fill: #002c50; } .svgFacebook { fill: #002c50; } .svgYoutube { fill: #002c50; } .svgInstagram { fill: #002c50; } .svgLeibnizLogo { fill: #002c50; } .svgWatch { fill: #002c50; } .svgPin { fill: #002c50; } .svgLetter { fill: #002c50; } Universität Bremen