Baustellenkommunikation: Zukunft Scharoun-Bau

Die wichtigste Nachricht des Jahres 2025 für das DSM war die Zustimmung des Landes Bremen und des Bundes zur Finanzierung der umfassenden Sanierung des Scharoun-Baus. Bund und Land haben zugesagt, jeweils die Hälfte der Kosten des Bauvorhabens zu übernehmen, das als sogenannte „große Baumaßnahme“ bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) angemeldet wurde. Geplant ist der Beginn der Baumaßnahme im Jahr 2027. Sie soll bis 2032 abgeschlossen sein.

Der Scharoun-Bau ist seit mehr als sieben Jahren für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Sanierung ist von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Museums, da der Erhalt des Status als nationales Forschungsmuseum unmittelbar daran geknüpft ist. Das betrifft auch den Status als Forschungsmuseum in der Leibniz-Gemeinschaft. Diese hatte im Rahmen ihrer letzten Evaluierung deutlich gemacht, dass eine bauliche und inhaltliche Erneuerung Voraussetzung für die weitere institutionelle Förderung ist. Nur mit diesem Status kann das DSM auch künftig substanzielle Bundes- und Drittmittel einwerben. Das Gesamtprojekt umfasst die Sanierung des Innenausbaus, den Aufbau einer neuen Dauerausstellung sowie die Neugestaltung des Eingangsbereichs.

Vor diesem Hintergrund kommt der geplanten neuen Dauerausstellung im Scharoun-Bau „An Bord – Schiffe verändern die Welt“ eine besondere strategische Bedeutung zu. Sie bildet das inhaltliche Herzstück der Neupositionierung des Scharoun-Baus und unterstreicht den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Anspruch des DSM. Die Ausstellung widmet sich der zentralen Rolle der Schifffahrt für die Entstehung und Entwicklung globaler Verflechtungen. Schiffe werden dabei als Medien von Mobilität, Austausch und Kommunikation verstanden, die kulturelle, soziale, wirtschaftliche und politische Prozesse nachhaltig geprägt haben und bis heute prägen.

Im Mittelpunkt steht das Schiff als verbindendes, aber auch widersprüchliches Element globaler Geschichte. Die Ausstellung macht die ambivalente Wirkung der Schifffahrt sichtbar – zwischen Welterschließung und Weltbeherrschung, Fortschritt und Gewalt, Rettung und Risiko. Historische Phänomene wie Auswanderung, kolonialer Handel, militärische Aufrüstung oder Luxusreisen zur See werden bewusst nebeneinandergestellt, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen und den Blick auf aktuelle Themen der globalisierten Welt zu schärfen.

Die Ausstellungsgestaltung folgt einem engen Zusammenspiel von Originalobjekten, Architektur, Szenografie, Hands-on-Stationen und digitalen Medien. Die Objekte bilden den Kern der Erzählung und sind in eine räumliche Inszenierung eingebettet, die die besonderen architektonischen Qualitäten des Scharoun-Baus aufgreift. Sichtachsen, Raumbezüge und Großobjekte schaffen eine immersive Ausstellungserfahrung, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch niederschwellig zugänglich ist.

Das Intro im Museumsfoyer bildet den Ausgangspunkt des Rundgangs und verdeutlicht die Bedeutung der Schifffahrt für den heutigen Alltag – von globalen Warenströmen über technologische Entwicklungen bis hin zu politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen. Historische Schiffsmodelle, ein Weserlastkahn aus dem 17. Jahrhundert und digitale Medien schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Im Eingangsbereich werden die Gäste auch wieder ein Café und die Bibliothek finden.

In den folgenden Themenbereichen werden zentrale Aspekte der maritimen Geschichte vertieft: „Handel und Krieg“ beleuchtet die enge Verflechtung ziviler und militärischer Schifffahrt vom Kaiserreich bis zum Zweiten Weltkrieg. „Seenot und Rettung“ stellt maritime Rettungstechniken und das Engagement der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in den Mittelpunkt. „Passagierschifffahrt und Migration“ thematisiert Auswanderung, soziale Ungleichheit, politische Instrumentalisierung und den modernen Kreuzfahrtboom. Ergänzende Bereiche zu Schiffsunglücken, Navigation und Seezeichen sowie familienorientierte Angebote wie der reaktivierte Miniport erweitern das Spektrum.

Insgesamt soll die Ausstellung einen zentralen Beitrag zur Erfüllung des Bildungs-, Forschungs- und Vermittlungsauftrags des DSM leisten. Sie verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz und bildet eine tragende Grundlage für die erfolgreiche Zukunft des DSM im sanierten Scharoun-Bau.

 

Booklet zur Zukunft des Scharoun-Baus

Der Scharoun-Bau wird derzeit saniert und ist nur von außen zu sehen. (Foto: Karolin Leitermann)

Zu den kuratorischen und architektonischen Visionen für den Scharoun-Bau ist ein Booklet erschienen.

Podcast Architektur

Hier können Sie die Interviews im neuen DSM-Podcast zur Architektur anhören

Podcast

Hans Scharoun und das DSM

Hans Scharoun wurde am 20. September 1893 in Bremen geboren. 1970 gewann sein Entwurf für das Museumsgebäude. Eines seiner letzten großen Projekte holte ihn zurück in seine Heimat. Nach dem Baubeginn erfolgte die Gründung des Museums. 1972 noch während der Bauphase starb Scharoun. Drei Jahre später am 5. September 1975 wurde das DSM offiziell eröffnet.

Kurz-Biografie

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Zukunft Scharoun-Bau

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Das Intro empfängt mit Schiffsmodellen.

 

 

Ein Bereich widmet sich der Navigation und den Seezeichen.

 

 

Ein weiterer Bereich greift die Seenotrettung und Schiffsunglücke auf.

 

 

Das Thema Krieg und Handel werden thematisiert.

 

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Geschichte des Scharoun-Baus in Bildern

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1970

 

Der Entwurf von Hans Scharoun gewinnt die Ausschreibung und der Bau des Museumsgebäudes beginnt.

 

1970

 

Der Bau des Museumgebäudes läuft auf Hochtouren. Im Hintergrund ist noch ein Kühlhaus aus den 1920er Jahren zu sehen. 

 

 

Außenansicht während des Baus

 

 

Innenansicht während des Baus

 

1975

 

Bundespräsident Dr. Walter Scheel eröffnet mit dem Schlag auf die Schiffsglocke des ehemaligen Passagierdampfers CAP POLONIO am 5. September 1975 das Deutsche Schifffahrtsmuseum.

 

1975

 

Das transparente Museum zwischen der Schifffahrt der Gegenwart auf der Weser und der Schifffahrt der Vergangenheit im Museumshafen. Besonders von oben sieht man diese Verbindung.

 

 

Sicht auf den ehemaligen Haupteingang an der Südostseite

 

 

Blick vom Deich auf die Nordwestseite

 

1977

 

Im Laufe der Jahre kam auch royaler Besuch ins Haus. Das spanische Königspaar besucht das DSM 1977. Ein Jahr später folgte Queen Elisabeth II. 

 

1983 (vermutlich)

 

Helmut Schmidt hat die Seestadt stark gefördert. Ein Besuch im Deutschen Schifffahrtsmuseum durfte daher auch nicht fehlen.

 

 

Innenansicht mit Ausstellung

 

 

Blick vom Deich auf die Südwestseite

 

1995

 

Der Bau am Schifffahrtsmuseum geht weiter. 1995 beginnt der Erweiterungsbau nach dem Entwurf von Dietrich Bangert. 

 

2005

 

Der Scharoun-Bau und die Erweiterungsfläche werden unter Denkmalschutz gestellt.

 

2020

 

Blick ins Innere des Gebäudes während der Sanierungsarbeiten

 

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Podcast Architektur

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Im Gespräch mit Interviewpartnern aus den Bereichen Architektur, Denkmalschutz und Kultur.

Die spannende Diskussion über eine gemeinsame Arbeit am Scharoun-Bau bildet sich anhand der historisch motivierten Podcast-Interviews ab. Sie beginnen, eine Reihe der beteiligten Akteure aus ihrer fachlichen Perspektive zu Wort kommen zu lassen.

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Blogbeitrag zum Scharoun-Bau

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Recherchen für ein digitales Angebot zum Tag des offenen Denkmals. Der Beitrag unserer Volontärin Karolin Leitermann ist im Logbuch Bremerhaven, dem Blog der Seestadt online gegangen.

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Fun Facts

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Zahlen, Fakten & Wissenswertes zum Scharoun-Bau

Hans Scharouns Spätwerk mit seiner organhaften Architektur bietet vielfach Überraschendes und Unerwartetes. Informationen von wissenswert bis trivial zum Gebäude und seiner Geschichte haben wir hier für Sie zusammengetragen.

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