Forschungsprojekte

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North Sea Wrecks – Wracks in der Nordsee

Wo liegen Wracks und Munition in der Nordsee? Welche Gefahren bestehen durch sie für Menschen und Umwelt? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Diese Fragen wollen wir beantworten.

Auf dem Grund der Nordsee liegen nicht zuletzt aufgrund der beiden Weltkriege hunderte Schiffs- und Flugzeugwracks. Hinzu kommen tausende Tonnen konventioneller und chemischer Munition, die auf Hoher See oder in Küstennähe verklappt wurden. Die Wracks selbst, deren Ladungen und Treibstofftanks sowie die Munition stellen sowohl Schifffahrtshindernisse und Giftstoffquellen als auch explosive Objekte dar. Sie bilden somit eine Gefahr für Mensch und Umwelt, aber auch für sogenannte Blue Growth Operations, wie kommerzielle und private Seefahrt, Tourismus, Aquakultur und die Off Shore-Windparks.

Wo genau lauern diese Gefahren? Welche Auswirkungen auf die Umwelt werden bereits beobachtet und wie hoch ist das Gefährdungspotential, das in Zukunft von den Kriegshinterlassenschaften für die Flora und Fauna der Nordsee ausgeht? Diese und weitere Fragen wollen wir gemeinsamen mit Wissenschaftler*innen aus fast allen Anrainerstaaten der Nordsee beantworten.

Die Problematik der verklappten Munition, der Kriegswracks und der daraus resultierenden Umweltverschmutzung in der Nordsee wollen wir sowohl wissenschaftlich erforschen als auch politisch und historisch aufarbeiten. Dazu arbeiten wir grenzübergreifend und interdisziplinär zusammen.

Kontakt

0471 482 07 0

grassel@dsm.museum

Eine Ausstellung soll Geschichte und Gefahren von Wracks näher bringen

Die zukünftigen Forschungsergebnisse sollen eine konkrete Gefahrenbewertung bestimmter Meeresbereiche ermöglichen. Diese Bewertung kann für regionale, nationale und internationale umwelt- und wirtschaftspolitische Fragestellungen genutzt werden. Mit den Forschungsergebnissen wollen wir aber auch eine Sensibilisierungskampagne unterfüttern. Mit Hilfe dieser Kampagne soll das Thema in der Gesellschaft sowie der Politik verankert und auf die Agenda der politischen Entscheidungsträger gebracht werden.

Hierzu wird federführend am DSM eine Wanderausstellung erarbeitet. Die Ausstellung wird in mehreren europäischen Städten gastieren. Wir wollen mit dieser Ausstellung sowohl die Ergebnisse der Forschung als auch das Thema der Wracks und Munitionsreste im Meer in die Öffentlichkeit tragen. Anschließend wird die Wanderausstellung in die künftige semi-permanente Ausstellung des DSM in Bremerhaven integriert werden. Unser Ziel ist, dem Thema der zerfallenden Kriegswracks und der sich zersetzenden Munition im Meer eine nachhaltige und langanhalten Präsenz zu ermöglichen. 

Die EU fördert das Forschungsprojekt

Das Projekt „North Sea Wrecks“ verfügt über ein Budget von über 4 Millionen Euro und wird von der EU über das Programm Interreg gefördert. Wir koordinieren es von Bremerhaven aus und ermöglichen, über einen Zeitraum von insgesamt 4 Jahren, eine enge Zusammenarbeit von ca. 30 europäischen Projektpartnern auf mehreren Ebenen.

 

DSM-Team:

Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner (Projektleitung)

Dr. Philipp Grassel (Ansprechpartner und Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Dr. Sven Bergmann (Ansprechpartner und Projektkoordinator)

 

Partner:

Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Deutschland), Vlaams Instituut voor de Zee (Belgien), Aarhus University - Department of Geoscience (Dänemark), Stichting NHL Stenden Hogeschool – Maritiem Instituut Willem Barentsz (Niederlande), EGEOS GmbH (Deutschland), Periplus Consultancy BV (Niederlande), Forsvarets Forskningsinstitutt (Norwegen) und Universitäts-klinikum Schleswig-Holstein - Institut für Toxikologie und Pharmakologie (Deutschland).

 

Advisory Board:

MELUND Kiel (D); OSPAR London (international); EMODnet - Human Activities (europäisch); DAIMON BSR Project (PL, Ostseeraum); Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (D); Norwegian Coastal Administration (N); Ministry of Environment and Food (DK); Rijswaterstaat, Sea and Delta (NL); Flanders Heritage Agency (B); Västra Götaland, Regional Coordination Marine Spacial Plan (S); Swedish Defense Research Agency (S); Ministry of Education, Culture and Science, Agency for Cultural Heritage (NL); Antwerp Maritime Academy (BEL); Province of West-Flanders (BEL).

 

Observer:

University of Southampton (UK); Magistrat Bremerhaven (D); Ministry of Defense (UK)

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