Museum wird zum Berufsinformationszentrum

Container versetzen, Roboter steuern, Rettungsanzüge anziehen und ein Miniaturschiff durch unruhige See sicher in den Hafen bringen: Zur vierten Azubi-Regatta verwandelte sich das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte für einen Tag in ein lebendiges Berufsberatungszentrum für maritime Berufe. Die Regatta mit Kurs auf einen Beruf in der maritimen Branche hat sich mittlerweile als Marke etabliert: Anwesend war auch ein einstiger Schüler, der über das Format vor zwei Jahren zu seinem Ausbildungsplatz bei Eurogate kam.
 

Vor zwei Jahren stand Lenn Richters noch vor dem Miniaturmodell, das den Containertransport bei Eurogate veranschaulicht. Zur Azubi-Regatta trug der 17-Jährige ein T-Shirt mit dem Eurogate-Label und erzählte Schülerinnen und Schülern, wie sein Alltag als Mechatroniker im ersten Lehrjahr aussieht. „Als ich damals die Azubi-Regatta besuchte, war ich auch noch unschlüssig. Aber der Stand hat mich überzeugt. Ich habe eine Bewerbung geschrieben und hatte Glück. Jetzt kann ich täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren und bin total froh, dass ich angenommen wurde", sagt der Bremerhavener, dem es wichtig war, eine Berufsperspektive in der Heimat zu finden.

Wie Lenn waren zur vierten Azubi-Regatta am 9. Juni wieder 150 Schülerinnen und Schüler auf Kurs in Richtung Traumjob, so viele wie nie zuvor. Das Museum verwandelte sich für einen Tag zu einer dynamischen Plattform für den maritimen Nachwuchs. Das bewährte Konzept setzte erneut auf Begegnung auf Augenhöhe: Auszubildende aus 19 Unternehmen und Institutionen darunter Bremen Ports, Polykat, Laeisz, Fairplay, die Lloyd Werft, der Deutsche Reeder Verband, Deutsche See und viele mehr boten Einblicke in über 30 verschiedene Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten. Neu dabei waren der Zoll sowie die Handwerkskammer mit Zulieferbetrieben für die maritime Wirtschaft. Damit wächst die Vielfalt der vorgestellten Berufsfelder erneut – von technischen und handwerklichen Berufen über Logistik und Verwaltung bis hin zu sicherheitsrelevanten Tätigkeiten. 

Das Konzept der Azubi-Regatta setzt bewusst nicht nur auf Beratung, sondern auf Anpacken. So gab es für die Jugendlichen anhand von spannenden Aufgaben und Mitmachaktionen direkte Einblicke in den hoffentlich zukünftigen Arbeitsalltag. Am Stand der norwegischen Reederei Wallenius Wilhelmsen erzählten angehende Schifffahrtsleute, dass eine Containerschiff sechs Wochen von Bremerhaven bis China braucht und jüngst sogar ein Flugzeug des Schauspielers John Travolta verschifft wurde.  

„Mich hat gefreut, dass wir jedes Jahr mehr interessierte Schulen und Unternehmen erreichen. Als Museum bringen wir Betriebe und junge Menschen zusammen und tun aktiv etwas für die Zukunft der maritimen Branche. Bereits im Vorfeld konnte ein Praktikumsplatz vermittelt werden und heute zusätzlich noch ein Ferienschnupperprogramm auf einem Schiff“, zieht Tina Krämer, die das Konzept für die Azubi-Regatta entworfen hat, eine durchweg positive Bilanz.

Vor drei Jahren ging der innovative Berufsorientierungstag an den Start. Wegen des großen Erfolgs wurde das Format mit dem MCN Junior Cup ausgezeichnet und fest im Jahreskalender verankert. Initiiert wurde die Reihe damals durch die großzügige Unterstützung des Fördervereins des DSM.

Die vierte Auflage der Azubi-Regatta hat erneut gezeigt, wie moderne Berufsorientierung funktioniert: praxisnah, vernetzend und zukunftsorientiert für die gesamte Region. „Die Azubi-Regatta hat sich als Marke etabliert. Viele Schulen und Unternehmen kennen sie nun bereits und ich muss nicht mehr viel erklären, das freut mich sehr“, so Krämer. 

Die Azubi-Regatta wird gefördert vom DSM-Förderverein, Handwerkskammer Bremen, Verein Deutscher Reeder und vom Maritimen Cluster Norddeutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lenn Richters hat über die Azubi-Regatta seinen Job bei Eurogate gefunden.

Credit: DSM / Annica Müllenberg

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