Kreativwettbewerb für Schulen: Wer konstruiert aus Keksen das beste Schiff?

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte ruft Schulen auf, Schiffe zu bauen: Welche Klasse baut das schlaueste Keks-Schiff, schickt es auf eine Mission und rettet dabei ein Stück Flora und Fauna? Der beste Beitrag gewinnt Geld für die Klassenkasse.

Gottfried Wilhelm Leibniz, Gelehrter, Wissenschaftler, Philosoph des 17. Jahrhunderts - ist Namensgeber einer Forschungsgemeinschaft, der auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum als „Leibniz-Institut für Maritime Geschichte“ angehört. Aber nicht nur Forschungsinstitute führen Leibniz im Namen, sondern auch ein Butterkeks. Ein vom Museum ausgerufener Wettbewerb bringt nun Keks und Wissenschaft zusammen: Im Rahmen der „Tiere an Bord“-Sonderausstellung ruft das DSM Schülerinnen und Schüler der dritten bis 13. Klasse, dazu auf, ein eigenes Schiff für den Transport von Tieren zu konstruieren – aus Keksen.

Die Ausstellung zeigt, wie und warum Menschen früher Tiere an Bord von Schiffen genommen haben. Doch wie könnte ein solcher Auftrag heute aussehen? Wie müsste das Schiff dafür beschaffen sein? Und welche Tiere dürften an Bord auf keinen Fall fehlen, damit sie in einer neuen Welt das Überleben von Pflanzen, Tieren und Menschen sichern?

Bis zum 3. November 2026 können sich Schulklassen in einer von drei Alterskategorien für den Wettbewerb bewerben: Klassen 3 bis 6, Klassen 7 bis 10 und Klassen 11 bis 13. Bis Weihnachten können die Klassen dann ein Set kostenlose Kekse im DSM abholen, mit denen sie ihr Schiff bauen können.

Die fertigen Beiträge müssen bis zum 31. Januar 2027 eingereicht werden. Eine Jury entscheidet über die Gewinner und vergibt Ende Februar attraktive Preise.
 
Aufgaben für die jeweiligen Alterskategorien

Klassen 3 bis 6:
Gestaltet ein Schiff mit eurer eigenen Tierbesatzung. Stellt euch dabei folgende Fragen:

  • Welche Tiere kommen an Bord?
  • Was brauchen die Tiere während der Reise?
  • Was macht euer Schiff besonders?

Gebt eurem Schiff einen Namen und erfindet eine kurze Geschichte dazu.
 
Klassen 7 bis 10:
Entwickelt ein Schiff für die Zukunft. Stellt euch dabei folgende Fragen:

  • Welche Tiere gehen an Bord – und warum?
  • Wie schützt das Schiff die Tiere und die Umwelt?
  • Welche besonderen technischen Lösungen braucht das Schiff?

Gebt eurem Schiff einen Namen und formuliert ein kurzes „Schiffskonzept“ mit maximal 100 Wörtern.

Klassen 11 bis 13:
Die Erde steht vor einer ökologischen Krise. Schickt zehn Tierarten auf eine Rettungsmission ins Weltall, um ihr Überleben zu sichern.
Stellt euch folgende Fragen:

  • Welche Tiere schickt ihr auf die Reise ins Weltall – und warum?
  • Wie sieht euer Raumschiff aus? Wie ist es konstruiert?

Schreibt außerdem eine Nachricht für andere Lebensformen und gebt sie den Tieren mit auf die Reise.

Die Bewerbung für einen Startplatz in einer der drei Alterskategorien ist bis zum 3. November 2026 per E-Mail an besucherservice@dsm.museum möglich.
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr
Eintritt: Kinder und Teenager bis einschließlich 18 Jahre frei, Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
DSM-Schiffe: täglich 10 bis 17.45 Uhr, Eintritt auf die Schiffe frei.
Weitere Infos: www.dsm.museum







Ihre Kabinen lagen sich gegenüber: Siegfried, der Steward, und Roy, seinerzeit Uwe aus Nordenham, der Page. Bei ihrer ersten Begegnung fragte Siegfried seinen Nachbarn, ob dieser ihm nicht bei seiner kleinen Zaubershow assistieren könne. Kartentricks und verschwundene Kaninchen, die das Publikum an Bord beklatschte, ließen Roy allerdings kalt. „Kaninchen kannst du verschwinden lassen, aber schaffst du das auch mit einem Gepard?“

Eine dieser Fragen blieb Dr. Lucas Haasis, Senior Fellow und Gerda-Henkel-Forschungsstipendiat am DSM, im Gedächtnis, nachdem er Bücher gewälzt, Quellen gesichtet und mit Zeitzeugen von Bord gesprochen hatte. Der Gepard Chico war damals der große Star an Bord. Als ebenfalls norddeutsches Geschöpf – Roy holte ihn aus dem Zoo in Bremen, schmuggelte ihn in einer Tasche an Bord der MS BERLIN und ließ ihn erst mitten auf dem Atlantik buchstäblich aus dem Sack. Ein Umkehren war nicht mehr möglich: Der Gepard war da – und blieb.

Haasis präsentierte zahlreiche Fotos, die Chico auf der Brücke, während der Show und auf dem Dinnertisch zeigen. Eines davon, auf dem sich Chico zwischen Siegfried und dem Ersten Offizier, Albert Weißkopf, auf dem Tisch räkelte, hat ihn besonders beeindruckt. Exotisch – und ein Moment, der nicht nur in die Fotogeschichte einging.

Die Fotos stammen aus einem Fotoalbum der Familie von Catharina Scarlatescu aus Rastede, Enkelin dieses Ersten Offiziers, die ebenfalls einen prägenden Satz aus ihrer Kindheit mitnahm: „Dein Opa fuhr Siegfried und Roy über den Atlantik.“ Scarlatescu hütet die Alben wie einen Schatz. „Ich fand es immer schade, dass nur ich diese weltbekannten Stars auf unseren Fotos sehen konnte, und hab ein Publikum gesucht. Schon allein das Schiff, die MS BERLIN, war ausgestattet wie eine Mini-TITANIC und vielen bekannt. Auf den Bildern kann man die Details der Ausstattung gut erkennen.“

Haasis, der am DSM im Rahmen seines Gerda-Henkel-Stipendiums eigentlich zu Briefen forscht, die 1803 von Bord eines Schiffs auf dem Weg nach Australien verfasst wurden, erkannte sofort das Potenzial der Bildwerke. Für die Ausstellung „Tiere an Bord“, verließ der Frühneuzeithistoriker daher für einen kurzen Moment sein gewohntes Terrain und schrieb zu Chico und seinen Haltern kurzerhand eine digitale Story. Dazu fand er sogar noch Zeitzeugen von Bord und lud nun jüngst zu einem Abend ins DSM ein, um die Geschichte und Fotos zu präsentieren.

„In den Fotos steckt sehr viel drin, was für uns als Museum interessant ist: Es ist die Geschichte der anfänglichen Kreuzfahrtindustrie, die eine lokale Anbindung hat. Wir können Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen lassen, die Roy kannten, der aus Nordenham stammte, und wir arbeiten gemeinsam ein Stück maritimes Erbe auf, das sogar ein bisschen Showbusiness-Glamour hat“, so Haasis.

Am Vortragsabend durfte die Öffentlichkeit erstmals durch das Album von Catharina Scarlatescu blättern. Für einige im Publikum war es eine Zeitreise, die nach so langer Zeit überraschende Nähe erzeugte. Ein Fan von Siegfried und Roy, dessen Vater als Proviantverantwortlicher auf der MS BERLIN fuhr, erkannte im Album den Koch, von dem sein Vater immer erzählt hatte. Er selbst brachte ein Foto mit, für das ihn die Magier in ihre Mitte nahmen. „Das bin ich“, sagt er stolz.

Ein Abend voller Erinnerungen, der aber noch eine Fortsetzung haben soll: Haasis freut sich nun über weitere Hinweise von Personen, die, wie die Besuchenden vor Ort, noch Fotos, Erinnerungsstücke und Geschichten zu Siegfried und Roy von der Reise haben und diese gerne teilen möchten.

Sie können sich gern mit dem Betreff „Siegfried und Roy“ per E-Mail bei ihm melden: L.Haasis@dsm.museum

Die gesamte digitale Story zum Fund der Fotos können Sie hier nachlesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt Presse

Dr. Jessica Adolf

presse@dsm.museum

Publikum zur Veranstaltung.

Credit: DSM / Annica Müllenberg

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