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Verklappung von chemischer Munition im Skagerrak

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Verklappung von chemischer Munition im Skagerrak

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weltweit große Mengen chemischer Munition im Meer versenkt. Ein Großteil der deutschen Bestände wurde auf Schiffe verladen und im tiefsten Teil des Skagerrak, außerhalb der norwegischen und schwedischen Hoheitsgewässer, versenkt.

Die norwegischen Behörden erteilten die Genehmigung für eine solche Verklappung in 600-700 m Tiefe, 25 Seemeilen südöstlich der Stadt Arendal. Zwischen 130.000 und 160.000 Tonnen (Bruttogewicht) chemischer Munition, die zwischen 41.000 und 48.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe enthalten, könnte zwischen 1945 und 1947 im Skagerrak versenkt worden sein.

Die zahlreichen öffentlichen Proteste gegen die Verklappung im Skagerrak führten dazu, dass 1948 die letzten Schiffe in 1000 m Tiefe in der Norwegischen See, nördlich des 63. Breitengrades, versenkt wurden.

Das Norwegische Forschungsinstitut (FFI) führte 1989 und 2002 Untersuchungen einiger der versenkten Wracks südöstlich von Arendal mit ferngesteuerten Fahrzeugen durch. In der Nähe der Wracks wurden durch Korrosion durchgerostete Fliegerbomben beobachtet, bei denen der größte Teil des Inhalts ausgetreten war (Bild 1).

Eine detaillierte Untersuchung des relevanten Gebiets wurde im norwegischen Teil des Skagerraks durch das autonome Unterwasserfahrzeug HUGIN zwischen 2015-2016 durchgeführt. Im Suchgebiet wurden 36 Wracks identifiziert, die möglicherweise mit der Versenkung von chemischen Kampfstoffen nach dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung stehen (Karte in Bild 2).

Wir können nicht ausschließen, dass weitere Wracks außerhalb des 2015-2016 untersuchten Bereichs versenkt wurden. Zwei Wracks wurden kürzlich außerhalb des als "Sprengstoffversenkungsplatz" gekennzeichneten Bereichs geortet.

In der Nähe einiger Wracks wurden 2002 und 2018 Sedimentproben gesammelt. In den Proben wurden zehn verschiedene chemische Kampfstoffe und Zersetzungsprodukte identifiziert.

Schleimaale wurden gesammelt und auf chemische Waffen (CW) und einige ihrer Zersetzungsprodukte analysiert. In Schleimaalproben wurden winzige Mengen arsenhaltiger CW-bezogener Wirkstoffe gefunden.

Die Schleimaale wurden auch auf mögliche schädliche Auswirkungen der Verklappung untersucht. Unterschiede bei den ausgewählten Biomarkern (siehe Text zu Biomarkern in Station 4) weisen auf negative biologische Auswirkungen auf die Schleimaale hin, die in der Nähe der verklappten chemischen Munition beprobt wurden.

Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Histopathologie (mikroskopische Untersuchung von Gewebe) zwischen Biota-Proben in der Nähe des Wracks und von einer Referenzposition festgestellt. Allerdings wurde eine höhere Häufigkeit von unspezifischen Läsionen in der Leber von der CWA-Verklappungsstelle im Vergleich zu den Referenzstellen gefunden.

Weiterführende Literatur und online Links

Ahvo, Aino, KK Lehtonen, Anu Lastumäki, Katharina Straumer, Marianne Kraugerud, SW Feist, Thomas Lang, and John Aasulf Tørnes. 2020. “The Use of Atlantic Hagfish (Myxine Glutinosa) as a Bioindicator Species for Studies on Effects of Dumped Chemical Warfare Agents in the Skagerrak. 2. Biochemical Biomarkers.” Marine Environmental Research 162: 105097, https://doi.org/10.1016/j.marenvres.2020.105097.

Straumer, K, M Kraugerud, SW Feist, A Ahvo, K Lehtonen, A Lastumäki, M Ljønes, J Aa Tørnes, and T Lang. 2020. “The Use of Atlantic Hagfish (Myxine Glutinosa) as a Bioindicator Species for Studies on Effects of Dumped Chemical Warfare Agents in the Skagerrak. 1: Liver Histopathology.” Marine Environmental Research 161: 105046, (https://doi.org/10.1016/j.marenvres.2020.105046).

Tørnes, John Aasulf, Aase Mari Opstad, and Bjørn Arne Johnsen. 2006. “Determination of Organoarsenic Warfare Agents in Sediment Samples from Skagerrak by Gas Chromatography-Mass Spectrometry.” Science of the Total Environment 356 (1–3): 235–46, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2005.03.031.

Eine durch Korrosion durchlöcherte Fliegerbombe in der Nähe eines Multicorers, der 2002 Sedimentproben sammelte

 © Norwegian Defence Research Establishment (FFI)

Karte mit georteten Wracks in dem Gebiet im Skagerrak, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg Schiffe versenkt wurden, die mit Munition beladen waren, die chemische Kampfstoffe (CWA) enthielt.

 © Norwegian Defence Research Establishment (FFI)

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