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Munitionsverklappung nach dem Krieg (am Beispiel der deutschen Nord- und Ostsee)

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Munitionsverklappung nach dem Krieg (am Beispiel der deutschen Nord- und Ostsee)

Zwei Weltkriege prägten die Geschichte des 20. Jahrhunderts, töteten Millionen von Menschen, zerstörten unzählige Regionen und richteten auch gigantische Umweltschäden an. Mit dem Ende des Krieges standen insbesondere die siegreichen Alliierten vor einem großen logistischen Problem: der Entmilitarisierung des ehemaligen Deutschen Reiches. Für den Rüstungskrieg relevante Anlagen, wie Rüstungsfabriken und Sprengstoffwerke, wurden vernichtet und gesprengt.

Darüber hinaus lagerten in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus noch unvorstellbare Mengen an Munition. Die Vernichtung an Land stellte eine große Herausforderung dar, denn die Sprengungen waren zeitaufwendig und gefährlich. So fand sich für die Entsorgung dieser Kampfmittel ein – aus damaliger Sicht – naheliegender Weg: Die Munitionsverklappung im Meer, das zu dieser Zeit als sichere Endlagerungsstätte für Kriegsaltlasten angesehen wurde (siehe Text auf Station 8 zur Entsorgung von Munition in anderen Teilen der Welt).

Die Kampfmittel wurden in Deutschland im Auftrag der Alliierten an die Küsten zu den Häfen gebracht und auf Schiffe umgeladen. Von dort wurden die Bomben, Minen, Granaten, Panzerfäuste und Patronen tonnenweise über Bord ins Meer gekippt. Viele dieser Gebiete wurden in die Seekarten eingetragen, mit Zusätzen wie „Munitionsversenkungsgebiete“, „Unrein (Munition)“ oder „Ankern und Fischen verboten“.

Allein in der inneren Deutschen Bucht sind mehrere Versenkungsgebiete bekannt. Im niedersächsischen Küstenmeer liegen die Gebiete beispielsweise um Scharhörn Riff, Jadebusen, Hooksiel Plate, Minsener Oog, Wangerooge Plate, Harle, Osterems. Weitere Versenkungen fanden im Nahbereich um Sylt und Helgoland statt.

Zwar wurde in den vergangenen Jahren ein Teil der Munition geborgen – im Hinblick auf die Gesamtmenge ist dies jedoch nur ein geringer Anteil, denn es werden insgesamt bis zu 1,3 Millionen Tonnen Munition in diesen Gewässern vermutet. Durch die Korrosion der Munitionshülsen gelangen deren Inhalte wie z.B. Trinitrotoluol (TNT) in die Meeresumwelt.

Davon betroffen sind nicht nur die komplexen Ökosysteme der Meere, sondern auch der Schiffsverkehr, der Tourismus, die Fischerei, die Verlegung von Seekabeln und der Bau von Offshore-Projekten, wie beispielsweise Windparks. Meeresschutz betrifft also gleich mehrere Bereiche. Um gemeinsam am Meeresschutz zu arbeiten, ist 2008 die EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) in Kraft getreten. Ihr Ziel ist es, die Meeresumwelt zu schützen und sie bietet erstmals einen einheitlichen Ordnungsrahmen für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union.  Die MSRL wird in Deutschland im Rahmen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee (BLANO) umgesetzt und auch international koordiniert. In diese Bereiche fällt auch die Munitionsbelastung in den Meeren.

Kampfmittelräumdienste können Munition zwar teilweise entschärfen und vernichten, wie beispielsweise in der einzigen deutschen Entsorgungsanlage, der GEKA (Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten in Munster). Ist die Entschärfung und Bergung durch Taucher*innen jedoch nicht möglich, werden Sprengungen durchgeführt. Aber auch diese Variante ist gefährlich und höchstumstritten, denn bei Sprengungen unter Wasser kann es auch zur weiteren Verteilung des Sprengstoffs kommen statt seiner vollkommenen Zersetzung kommen. Außerdem haben die Sprengungen schwere Auswirkungen auf Meereslebewesen; der Explosionsknall kann das Gehör von Meeressäugern wie Walen schwer verletzen.

Umso wichtiger ist es für die Zukunft, zielführende und umweltschonende Strategien für die Bergung der Kampfmittel zu entwickeln.

 

 

Weiterführende Literatur und online Links

Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee (BLANO): www.meeresschutz.info/blano.html

Landesportal Schleswig-Holstein: Kampfmittel und Kampfstoffe im Meer, https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/M/meeresschutz/kampfmittelStoffe.html

Maser, Edmund, and Jennifer S Strehse. 2020. “‘Don’t Blast’: Blast-in-Place (BiP) Operations of Dumped World War Munitions in the Oceans Significantly Increase Hazards to the Environment and the Human Seafood Consumer.” Archives of Toxicology, 1–13, https://doi.org/10.1007/s00204-020-02743-0  (open access).

Umweltbundesamt: Munition im Meer, www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/meere/nutzung-belastungen/munition-im-meer

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