POLARSTERN-Ausstellung
POLARSTERN-Ausstellung

Virtual Reality-Brillen als Vermittlungsmethode in der Museumspädagogik

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Virtual Reality-Brillen als Vermittlungsmethode in der Museumspädagogik

23.03.2020

Immer mehr Museen setzen Virtual Reality-Brillen in ihren Ausstellungen ein. Wo liegen die Chancen und wo die Grenzen dieses neuen Vermittlungsmediums? Auf einer Tagung des Regionalverbands Museumspädagogik im Deutschen Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte haben sich Expert*innen verschiedener Häuser aus ganz Norddeutschland Ende Februar zum Erfahrungsaustausch getroffen und eigene Beispiele für den VR-Einsatz vorgestellt.  

Im DSM erhalten Museumsgäste in der Ausstellung „360° POLARSTERN - Eine virtuelle Forschungsexpedition“ unter dem Motto „Forschen-Fahren-Leben“ die Möglichkeit, das Leben an Bord eines Forschungsschiffes mit Hilfe von Virtual- und Augmented Reality-Elementen, hautnah zu erfahren. Die Meinungen der Besucher*innen zu dem Konzept der VR sind dem DSM sehr wichtig. In der Ausstellung befinden sich mehrere Möglichkeiten, ein Feedback zu hinterlassen. Zudem bietet das DSM regelmäßig eine Publikumswerkstatt an. Bisher hat das Museum viele positive Rückmeldungen zu der Ausstellung bekommen.
Im DSM ist man überzeugt: Das neue Konzept der VR-Brillen in bietet viele Chancen der Vermittlung, sollte vertraute Konzepte allerdings nicht verdrängen.

Auf der Museumsinsel Schloss Gottorf können Gäste die Geschichte des Gottorfer Globus mithilfe von VR-Technik erkunden. Hierbei handelt es sich um einen Nachbau des ersten Planetariums unserer Geschichte. Dieses steht im Globushaus im Barockgarten. Wie der Globus entstanden ist, können die Interessierte anhand eines sechsminütigen 360°-Film in Tricktechnik nachvollziehen. Ziel der Ausstellung war es, Neugierde auf den Globus zu wecken und zu einem Spaziergang zu dem etwas entlegenen Standort zu motivieren. Das ist den Erfahrungen des Museumsteams zufolge geglückt.  

„Berührt es mich? Virtual Reality und ihre Wirkung auf das Besuchserlebnis in Museen“. So lautete der Titel der Untersuchung zur Wirkung von Virtual Reality in der musealen Vermittlung im Deutschen Auswandererhaus Bremerhavenim Rahmen des Verbundsprojekts „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“. Im Mittekpunkt stand das VR-Ausstellungsexperiment „KRIEGsgefangen. OHNMACHT. SEHNSUCHT. 1914 – 1921.“Wie kann VR dabei helfen, kulturhistorisches Wissen und Emotionen zu vermitteln? Das war die leitende Frage, unter der die neunmonatige Studie stattfand. Die dafür konzipierte Ausstellung mit dem Thema der Zwangsmigration erzählte die Geschichte eines Hamburger Soldaten namens August Schlicht, der in russische Kriegsgefangenschaft geriet. Es gab jede Station seiner Geschichte zweimal. Ein Raum mit Ausstellungsobjekten und Hörstationen und einen mit einem kurzem Virtual Reality-Video. In den Räumen sollte jeweils die Emotionen Ohnmacht oder Sehnsucht vermittelt werden.
Die Auswertungen der Umfragen ergaben, dass die meisten Besucher*innen die VR-Vermittlung unterhaltsamer fanden. Dies bezog sich allerdings nicht auf den Inhalt, sondern auf das Erlebnis als solches. Mehr Empathie für das Schicksal des Soldaten konnten die meisten anhand der originalen Gegenstände in Kombination mit den Hörstationen aufbringen.

„Es war interessant, verschiedene Ansätze der VR-Vermittlung kennenzulernen und vor allem auch zu sehen, wie dieses neue Konzept der Vermittlung bei den Museumsgästen ankommt“, bilanziert Birte Stüve, Leiterin Bildung und Vermittlung am DSM, die die Tagung organisiert hatte. „Letztlich haben alle drei Häuser positive Reaktionen auf ihre VR-Angebote erhalten. Zugleich ist aber auch deutlich geworden, dass die faszinierenden Möglichkeiten von VR ihre Wirkung am besten in Kombination mit realen, authentischen Ausstellungsobjekten entfalten. Zudem kann VR-Technik zwischenmenschliche Begegnungen und Gesprächsmöglichkeiten, wie sie etwa bei einer Führung möglich sind, nicht ersetzen. Die Herausforderung für Museen besteht darin, eine gute Balance zwischen realen Exponaten, digitalem Medieneinsatz und persönlicher Ansprache zu finden.“

Kontakt Presse

Thomas Joppig

0471 482 07 832

presse@dsm.museum

Foto: Patrick Szalewicz

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