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Notfallambulanz für Museumsobjekte: Restauratorinnen am DSM heilen, pflegen und erhalten

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Notfallambulanz für Museumsobjekte: Restauratorinnen am DSM heilen, pflegen und erhalten

Ohne Silke Wiedmanns und Anja Hänischs kritischen Blick verlässt kein Exponat das Depot: Die Restauratorinnen am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte entscheiden, wie die fragilen Objekte präsentiert werden. In der aktuellen Ausstellung CHANGE NOW! gab ihnen eine Opiumpfeife Rätsel auf.

Spritze, Skalpell, Pinzette und Tupfer – Silke Wiedmanns und Anja Hänischs Arbeitswerkzeuge lassen vermuten, dass die Frauen am OP-Tisch stehen. Ganz falsch ist das Bild nicht, denn die Restauratorinnen betrachten die Museumsexponate tatsächlich mit chirurgischer Präzision. Sie suchen nach Beschädigungen und heilen diese so sanft und wenig sichtbar wie möglich. Nach der heutigen akademisch begründeten Praxis steht fest: „Eine gründliche Voruntersuchung sollte jeder Restaurierung vorangehen“, sagt Hänisch.
 
Während des Aufbaus der Ausstellungen CHANGE NOW! und INTO THE ICE richteten die beiden sich eine mobile Werkstatt im Erweiterungsbau ein. Ausstellungen sind kritische Momente für Exponate. Einige reagieren empfindlich auf veränderte Luftfeuchtigkeit, Temperaturen und direktes Licht. Deshalb haben die Restauratorinnen das letzte Wort, wenn es um die Platzierung geht.

Für CHANGE NOW! arrangierte das Team diverse Objekte von der Fisch-Filetiermaschine über Willi Kuhweides Olympiasegler, Weltkriegsmunition, Schiffsmodelle, Tiefseepräparate und vieles mehr. Zum Alltag gehört auch die Behandlung von Notfällen: „An diesem Tiefseefisch ist eine kleine Flosse abgebrochen. Die kleben wir vorsichtig wieder an“, erläutert Wiedmann, die seit 2017 zum DSM gehört. Ihre Kollegin schaut mit prüfendem Blick über Kuhweides Segler, wo sie kleinere Blessuren am Lack behebt. Ob Boot aus dem 20. Jahrhundert oder jahrhundertealtes Gemälde spielt dabei keine Rolle: „Ich nutze ein Festigungsmittel, das die Farbschicht auf dem Träger befestigt. Damit beugen wir weiteren Farbverlusten vor und konservieren den Ist-Zustand“, sagt Hänisch. Jede „Behandlung“ sollte reversibel sein, deshalb greifen die beiden zum Beispiel auf althergebrachte Klebstoffe wie Fisch-, Haut-, und Störleim zurück. „Wir nutzen chemisches Wissen, medizinische Werkzeuge und manchmal hört es sich so an, als würden wir in der Gourmetküche stehen, wenn wir über unsere Arbeit sprechen“, sagt Hänisch über das vielfältige Berufsbild, das derzeit vorwiegend eine Frauendomäne ist. Bei kniffligen Fällen schickt das Duo sogar Materialproben um die Welt und befragt die internationale Community um Rat.

Ein spezieller Fall beschäftigte viele Hände und Geister im Vorfeld der CHANGE NOW!-Ausstellung. Eine Opiumpfeife mit chinesischen Schriftzeichen aus dem 20. Jahrhundert. Sie gelangte vermutlich während der Kolonialzeit nach Deutschland. Ihre Herkunft gab Rätsel auf. Zudem bestand sie aus vielen Fragmenten. „Es fehlten Daten, selbst die Pfeife an sich war unvollständig. Zunächst mussten wir einzelne Teile zusammenfinden, reinigen, die Endstücke wieder vorsichtig kleben und recherchieren, welches Endstück auf welche Seite gehört“, erinnert sich Wiedmann. Gäste der Ausstellung sehen jetzt eine vollständige Pfeife und ahnen nichts von den Vorbereitungen hinter den Kulissen. Karolin Leitermann, Projektverantwortliche des Digital-Projekts OPEN HISTORIES, recherchierte und brachte gemeinsam mit dem Sinologen Prof. Dr. Cord Eberspächer Licht ins Dunkel und nahm einen Podcast über die mysteriöse Pfeife auf.

Ebenfalls im Rahmen von OPEN HISTORIES wird eine Ritualaxt gezeigt, mit der womöglich früher der Mund von Toten geöffnet wurde, damit deren Seele entweichen konnte. Die Bast-Ummantelung war gebrochen. „Ich habe die Fasern gereinigt und mit fachgerechten Klebstoffen gefestigt“, sagt die 35-jährige Wiedmann. Von der aufwendigen Behandlung ist nichts mehr zu erkennen.

Den OPEN HISTORIES-Bereich der CHANGE NOW!-Ausstellung findet Wiedmann persönlich besonders spannend. Das Gürteltierkörbchen, die Seemannspuppen, asiatische Schiffsmodelle und die Nackenstütze sind nicht die typisch technischen Exponate, die es im DSM vorrangig gibt. Zudem werden sie teilweise zum ersten Mal ausgestellt. Die Bandbreite der Objekte ist es, die Wiedmann immer wieder staunen lässt: Denn von Schiffsmodellen über Knöpfe bis hin zum Wal-Embryo schlummern viele Schätze im Depot des DSM.

Kontakt Presse

Thomas Joppig

0471 482 07 832

presse@dsm.museum

Die Restauratorinnen Silke Wiedmann (links) und Anja Hänisch am Olympiasegelboot. F

Foto: DSM / Annica Müllenberg

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