FSJ: „Das ist es! Hier will ich hin.“
Karim Butt hat Bergfest: Der Zwanzigjährige absolviert sein Freiwillig Soziales Jahr (FSJ) am Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte. Nach sechs Monaten schaut er zurück – und nach vorn. Im Interview verrät er mehr über sein Tiefsee-Projekt und die Arbeit im Team. Interessierte, die einen Arbeitsplatz zwei Schritte hinter dem Meer suchen, von dem man zwischen Schiffen und Geschichte pendelt, können sich bis zum 15. März 2026 für einen Platz ab August im Museum bewerben.
Halbzeit im FSJ am DSM: Hat sich Deine Sicht auf Meer und Schiffe verändert?
Karim Butt: Vor der Zeit am DSM habe ich noch nicht wirklich viel mit Schiffen am Hut gehabt. Da ich auch nicht direkt aus Bremerhaven komme, bin ich mit dem Thema Schifffahrt auch noch nicht wirklich in Berührung gekommen. Trotzdem hat mich schon immer das Meer und die Vielfalt darin interessiert. Ich bin z.B. erstaunt, wie unbekannt aber doch so vielfältig und spannend die Tiefsee ist.
Kannst Du Dich an Deinen ersten DSM-Besuch erinnern?
Ich muss gestehen, dass ich bis zu meinem Vorstellungsgespräch noch nie im DSM war. Aber das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich nicht aus Bremerhaven komme. Ich habe aber vor kurzem während meines Umzuges eine DSM-Münze bei mir im Zimmer aus dem Münzprägeautomaten vor dem Museum gefunden. Das heißt, dass ich irgendwann schon einmal zumindest vor der Tür stand.Aus welcher Motivation heraus hast Du Dich für ein FSJ am DSM entschieden?
Ich wollte nach meinem Abitur ein FSJ machen, weil ich erst einmal eine „Pause“ vom Lernen haben und mich beruflich orientieren wollte. Zudem finde ich es wichtig, sich für die Gesellschaft zu engagieren. Was auch klar war, dass ich kein klassisches FSJ, sondern entweder ein FÖJ oder ein FSJ-Kultur machen wollte. Ich habe mich dann an verschiedenen Stellen in der Region beworben, natürlich auch beim DSM, weil ich die Mischung aus Museum und Forschungsinstitut interessant fand. Nach dem Vorstellungsgespräch und dem darauffolgenden Museumsbesuch war für mich klar: „Das ist es! Hier will ich hin.“ Deshalb war ich überglücklich, als wenig später die Zusage kam :)
Was sind Deine Aufgaben?
Die Aufgaben als FSJler hier im DSM sind vielfältig. Ich arbeite in der Bildung und Vermittlung und hier gilt es in erster Linie, meine Kolleg:innen bei der pädagogischen Arbeit zu unterstützen. Dazu gehören: Bei Schulprogrammen mit Schulklassen unterstützen, vorbereiten von Veranstaltungen und vieles mehr. Worüber ich sehr stolz bin ist, dass ich eine eigene Unterrichtsstunde für eine Grundschul-AG zum Thema Tiefsee konzipiert habe und diese selbstständig durchgeführt habe. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und finde es gut, dass ich meine Kreativität hier im DSM auch ausleben kann, vor allem bei meinem FSJ-Projekt. Ich habe also viel Spaß hier im DSM, vor allem aber auch, weil ich hier sehr nette und humorvolle Kolleg:innen habe.
Welches Projekt wirst Du am DSM realisieren?
Mein Plan ist es, ein Lernspiel über die Tiefsee am Computer zu entwickeln, welches sich primär an Kinder richten soll, aber auch so konzipiert sein soll, dass auch Jugendliche und Erwachsene auf spaßiger Weise etwas Neues lernen. Zurzeit befindet sich das Projekt aber noch in der Anfangsphase. Aktuell bin ich dabei, mir das Konzept zu überlegen, erste Figuren in 3D zu modellieren und die Spielmechanik zu testen.
Wohin führt Dich Dein Weg nach dem FSJ und inwieweit hat es Dir bei Deiner Zukunftsplanung helfen können?
Mein Plan A ist es, in die kreative Richtung zu gehen und Mediendesign zu studieren. Diese Idee hatte ich auch schon vor dem FSJ. Aber auch Lehrer zu werden, war schon immer ein Traum von mir und die Idee, Lehramt zu studieren, ist während meines FSJ tatsächlich auch größer geworden. Heißt: Ich habe nicht nur einen Plan A, sondern dank des FSJ nun auch einen festen Plan B.
Was ist Dein Lieblingsexponat im DSM und warum?
Das Highlight des Museums ist natürlich die Kogge und da ich mein Büro quasi direkt neben der Kogge habe, ist sie mir nach und nach auch immer mehr ans Herz gewachsen. Aber das Museum hat natürlich auch noch viele weitere interessante Exponate. Ein Exponat, welches ich als absoluten Favoriten bezeichnen würde, habe ich daher nicht. Was ich allerdings cool finde, ist der Polarstern-Simulator in den Schiffswelten, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass mich Videospiele als Vermittlungswerkzeug einfach faszinieren, wie man auch an meiner Projektidee sieht.
Weiter Infos und Anmeldung bis zum 15. März 2026 unter:
https://anmelden.freiwilligendienste-kultur-bildung.de/detail/23533

