Kulturbejahr Zahn der Gezeiten
Kulturbejahr Zahn der Gezeiten

Ausstellungen

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Der Zahn der Gezeiten – Maritime Schätze unter der Lupe

19.08.2018 bis 15.12.2018

Zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 präsentieren wir bedeutende Exponate der Schifffahrt und des Schiffbaus

Hauptaufgabe aller acht Leibniz-Forschungsmuseen ist das Sammeln, Erforschen und Bewahren von immateriellem und materiellem Kulturgut. Vor dem Hintergrund des Europäischen Kulturerbejahres führen die Leibniz-Forschungsmuseen gemeinsame Projekte und Veranstaltungen durch. Für Besucher*innen präsentieren sie ihre eigene Sammlungs- und Forschungstätigkeit und dadurch das Erbe der Menschheit. Besonders die Geschichte der Schifffahrt und des Schiffbaus verbindet Regionales, Nationales und Internationales miteinander.
Erst durch die effiziente Nutzung von Flüssen und Meeren, den Bau von Schiffen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung gelang die Überwindung von zuvor unüberwindbar erscheinenden Grenzen – geografisch, politisch und gedanklich. Die Schifffahrt schuf neue Begegnungsräume, förderte Handel sowie Wissenschaft und trug dadurch maßgeblich zur heutigen (kulturellen) Gestalt unserer Kontinente bei. Das Jahr 2018 ist das Jahr des europäischen kulturellen Erbes – und somit insbesondere das Jahr des maritimen Erbes.
Als einziges Leibniz-Forschungsmuseum mit maritimem Schwerpunkt präsentieren wir – das Deutsche Schifffahrtsmuseum – daher vom 19. August bis 15. Dezember 2018 ausgewählte Exponate. In der Sonderausstellung „Der Zahn der Gezeiten – Maritime Schätze unter der Lupe“ wollen wir die Bedeutung der Schifffahrt für unser gemeinsames kulturelles Erbe hervorheben. Darüber hinaus wollen wir Ihnen zeigen, welche Arbeit hinter den Kulissen stattfindet; besonders die eher verborgene Arbeit unserer Restauratoren möchten wir Ihnen näher bringen.

 

Lernen Sie die verborgenen Arbeiten zu einer Ausstellung kennen

Um die Neukonzeption unseres Museums und den Aufbau der zukünftigen Ausstellung „Mensch & Meer“ Schritt für Schritt durchführen zu können, ist seit Mai 2017 der südliche Teil des Museums, der  sogenannte Bangert-Bau, geschlossen. Ab 2. Juli 2018 folgt der nördliche und älteste Teil, der Scharoun-Bau. Insbesondere bei Neukonzeptionen und den damit einhergehenden Umbauarbeiten bedarf es zur erfolgreichen Durchführung einer ganzen Reihe an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlichster Fachrichtungen. Neben der wissenschaftlichen und logistischen Planung sowie der technischen Umsetzung müssen vor allem die Exponate auf notwendige konservatorische und restauratorische Maßnahmen hin überprüft werden; erst dann können weitere Schritte eingeleitet werden. Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten sind essentieller Bestandteil eines jeden Museums, erfolgen zumeist jedoch abseits der Besucherströme und somit unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Diese „verborgene Wissenschaft“ wollen wir nun in unserer Sonderausstellung „Der Zahn der Gezeiten“ sichtbar machen und die praktischen Tätigkeiten im Museum in den Vordergrund rücken.

Den Exponaten der Ausstellung nähern wir uns daher aus unterschiedlicher Perspektive – aus Sicht von Historiker*innen, von Präparator*innen, von Konservator*innen, von Restaurator*innen sowie von Materialwissenschaftler*innen. Die Objekte werden nach ihrer Geschichte befragt, wobei sich diese vielfach aus dem derzeitigen Objektzustand rekonstruieren lässt. Verraten Beschädigungen oder Veränderungen am Objekt selber etwas über seine Herkunft, seinen Gebrauch oder seine Aufbewahrung? Und warum ist es so bedeutsam, dass wir genau dieses Objekt auch für nachfolgende Generationen erhalten müssen? In drei Schritten erläutern wir in der Ausstellung die Geschichte, den Zustand sowie die zukünftige Verwendung des Exponats im neuen Deutschen Schifffahrtsmuseum ab 2020. 

Entdecken Sie konservierte Schätze in der Sonderausstellung

Die Sonderausstellung umfasst ein breites Spektrum an maritimen Exponaten, neben dem Fragment eines Zeesbootes, einer Galionsfigur oder einem Pottwalskelett finden sich hier auch die ersten Gezeitenrechenmaschinen aus dem Kaiserreich sowie der Deutschen Demokratischen Republik wieder. Da Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten im Vordergrund stehen, spielen Werkstoffe wie Holz, Metall und Textilien eine entscheidende Rolle. Sie bilden die Grundlage bei den Arbeiten und erfordern seitens der Restaurator*innen unterschiedliche Herangehensweisen und Fachwissen. In Zusammenarbeit mit den anderen sieben Forschungsmuseen entstand zudem ein gemeinsamer Dokumentarfilm über die unterschiedlichen Leibniz-Forschungsmuseen und deren Exponate sowie ein Spiel zu Konservierungsarbeiten. Hier darf sich der Besucher selber am Multi-Touch-Tisch in der Ausstellung als Konservator*in und Restaurator*in versuchen und Kulturgüter vor dem Verfall bewahren.

Die vom 19. August bis 12. September 2018 stattfindenden Themenwochen bieten unter anderem eine konservatorische Begehung des Walfängers RAU IX an, welcher vor Ort im Museumshafen liegt. An zwei Nachmittagen referieren außerdem Dr. Johanna Leissner (Fraunhofer Gesellschaft) sowie unsere Mitarbeiterin Amandine Colson über gegenwärtige und zukünftige Methoden der präventiven Konservierung. Frau Dr. Leissner wird den Fokus ihres Vortrages auf das Risikomanagement und den Erhalt von Kulturobjekten in Zeiten des Klimawandels legen. Frau Colson wiederum stellt Grenzen und Möglichkeiten digitaler Methoden zur Konservierung maritimer Objekte anhand der Bremer Kogge dar.

Mit Citizen-Science-Aktionen können Sie sich beteiligen, Kulturerbe zu erhalten

Begleitend zur Ausstellung erfolgen vom 22. August bis 12. September 2018 jeden Mittwoch Objektbegehungen, bei denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unseres Museums ein Exponat Interessierten näher vorstellen. Zudem diskutieren Jugendliche am 23. August darüber, was eigentlich Kulturerbe ist, wer dies definiert und welchen Wert es für nachfolgende Generationen haben wird. Fortgesetzt wird das Programm zum Europäischen Kulturerbejahr mit einer öffentlichen Führung durch die Sonderausstellung am 2. September sowie einer Familienaktion zum „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September.

Die Erforschung und der Erhalt von Kulturgütern ist jedoch nur durch gemeinsames Engagement und im Dialog möglich. Bis zum Ende der Sonderausstellung im Dezember 2018 finden daher in regelmäßigen Abständen unsere Citizen-Science-Aktionen (Bürgerwissenschaften) statt. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger Bremerhavens und der Umgebung ein, sich aktiv in wissenschaftliche Forschungsprojekte unseres Schifffahrtsmuseums einzubringen. Gemeinsam soll so unser maritimes Erbe für die Zukunft bewahrt werden. Nähere Infos zu den regelmäßig in den Ausstellungsräumen stattfindenden Aktionen erhalten Sie auf Anfrage.

Kontakt

0471 48 20 78 44
buchung@dsm.museum

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