KARTEN WISSEN MEER - Globalisierung vom Wasser aus

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KARTEN WISSEN MEER - Globalisierung vom Wasser aus

Welche Typen von See- und Meereskarten gab und gibt es? Wie wurden sie hergestellt und benutzt? Welche Geschichten verbinden sich mit der Vermessung der Ozeane und ihrer Abbildung in Karten? Die Sonderausstellung „KARTEN WISSEN MEER – Globalisierung vom Wasser aus“, die am Mittwoch, 25. November startet, lädt dazu ein, Meereskarten der Vergangenheit zu enträtseln, Seeleuten, Wissenschaftlern und Reedern des 19. Jahrhunderts über die Schultern zu schauen, in einem Schiffstagebuch zu blättern oder selbst Reiserouten zu erstellen.

In zwei Sekunden von Europa nach Amerika, den Erdball umrunden und die Ausmaße des Pazifiks begreifen – das geht, mit dem Finger auf der Seekarte oder auf dem Globus. See- und Meereskarten wecken die Lust, Details zu entschlüsseln, sie zeigen aber auch das große Ganze. Wie viel sich aus ihnen herauslesen lässt, verrät die Sonderausstellung KARTEN WISSEN MEER, die vom 25. November 2020 bis 14. März 2021 im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte gezeigt wird.

Besucher*innen finden in der Ausstellung fünf Themeninseln vor und erkunden sowohl die Vielfalt der maritimen Karten als auch die Methoden und Verfahren, wie Karten hergestellt und benutzt wurden. Waren die Meereskarten des 17. und 18. Jahrhunderts häufig noch farbenprächtige Kunstwerke, die mitunter Inseln zeigten, die nicht existier(t)en, so wandelten sich die Blätter im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend zu nüchternen Medien der Meereswissenschaft, die Wind-, Strömungs- und Tiefenverhältnisse auf See, ozeanografische Besonderheiten oder die zum Zweck der sicheren Navigation ausgelegten Seezeichen darstellten.

Ausgestellt werden 63 analoge und digitale Reproduktionen historischer Meereskarten aus der Sammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums sowie der Sammlung Perthes Gotha; ferner andere kartenbezogene Objekte wie Schiffsmodelle, historische Navigationsinstrumente wie Sextant, Bleilot oder Chronometer sowie erläuternde Bücher und Grafiken, in denen die Menschen der Vergangenheit ins Zentrum rücken.

Die Meereskarten des 19. Jahrhunderts hatten damit einerseits eine ausgeprägt praktische Funktion, indem sie Kapitänen, Kartografen oder Reedern nützliche Hinweise gaben. Doch bald erweiterte sich der Nutzerkreis. So war etwa die „Chart of the World“ von 1871, eine erschwingliche Weltmeereskarte, die sich handlich klein zusammenfalten ließ, nicht mehr ausschließlich für Seeleute oder Wissenschaftler vorgesehen, sondern auch und besonders für die eher privat dem Meer zugeneigten Menschen. Globale Vernetzung über die Meere wird hier anschaulich abgebildet. So wurde generell in Karten Wissen über den Ozean populär, demokratisiert, Verkehrsverbindungen dargestellt und das Meer damit in der Wahrnehmung der Menschen zu einem beherrschbaren Raum, einem Gebiet gar, das sich für Freizeitaktivitäten wie Segelwettbewerbe oder Kreuzfahrten eignete.  

Wachsendes Reisefieber verbreitet auch KARTEN WISSEN MEER: Besucher*innen können sich neben den Karten in einem alten Fahrplan in transozeanische Reisen vertiefen, in einem See-Atlas blättern oder farbenfrohe Plakate inspizieren, die für Erholungsreisen warben. Ein Klangerlebnis lässt Schriftsteller und Seeleute der Vergangenheit zu Wort kommen und zeigt ihre ganz eigene Sicht auf Karten, Meeresforschung und die Globalisierung des 19. Jahrhunderts. An einer Multimedia-Station sind die Besucher*innen eingeladen, verschiedene Karten selbst zu zeichnen. Und dabei bleibt es nicht. Denn wer wollte nicht schon immer einmal ein Segelschiff auf sicherer Route von Europa nach Südamerika navigieren? Dieser Aufgaben dürfen sich Interessierte am Kartentisch ‚Segeln auf dem Südatlantik‘ stellen.

Die Sonderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Schifffahrtsmuseums, des Forschungszentrums Gotha, der Sammlung Perthes Gotha sowie der Universitäten Erfurt und Bremen. Sie wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Leibniz-Aktionsplan „Eine Welt in Bewegung“ sowie den Förderverein des DSM unterstützt.

Weitere Ausstellungsstation:

  • 12. April bis 20. Juni 2021 – Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt im Schloss Friedenstein

Maritime Karten, Sextant, Chronometer und Fernglas gehörten im 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Navigationshilfen an Bord.

Webspecial

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Kontakt

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Veröffentlichungen

Im Juli 2020 erschien das Buch „Karten Meere – Eine Welterzeugung“ im Corso Verlag. Es kostet 20 Euro und kann im DSM bestellt werden unter schwiers@dsm.museum.

Postkarten-Set

KARTEN WISSEN MEER zum Verschicken: Zehn Kartenmotive gedruckt auf hochwertigem Karton zum Verschicken, Verschenken oder Behalten. Bestellung an schwiers@dsm.museum. Preis: 5,99 Euro

Vorträge und Veranstaltungen

Reihe Wissen um 11: Online-Vortrag "Karten-Reisen. James Cooks Expedition um die Antarktis (1772-1775)"

Verwandte Themen

zum Forschungsprojekt

Schiffsmodell: Mit der ENDEAVOUR segelte James Cook über den Pazifik.

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Premiere der Sonderausstellung

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Virtueller Kartentisch

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Werden Sie aktiv und erstellen Sie am virtuellen Kartentisch Ihre eigene maritime Karte. Das gesamte Angebot des Webspecials läuft optimal über den Chrome-Browser.

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Wissenschaftsblog ‚Karten-Meere‘

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Das Verbundprojekt ‚Karten - Meere‘ verknüpft Perspektiven der kartenbezogenen Wissens-, Wissenschafts- und Sozialgeschichte mit literatur- und medienwissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten. Im Projektblog lesen Sie Essays der Forscherinnen und Forscher des Verbundes.

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Klangerzählung ‚Seekartografie und Polarforschung‘

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Seeleute, Forscher und Autoren nutzten Karten zur Orientierung, zur Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse oder als Projektionsflächen ihrer Fantasien. Hören Sie hier eine Klangerzählung mit originalen Texten unter anderem von Herman Melville, August Petermann, Carl Koldewey, Arthur Breusing und Jules Verne.

Redaktion: Antonia Klein, Aufnahme: Patrick Schimanski

 

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Teaser zur Ausstellung

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