Was lässt sich am Beispiel der SEUTE DEERN lernen

Am Beispiel der SEUTE DEERN lassen sich viele Fragen aufwerfen. Was wollen wir als Gesellschaft als kulturelles Erbe erhalten? Und wie viel ist uns der Erhalt von Kulturgütern im konkreten Fall wert? Welche – vielleicht auch ungewöhnlichen – technischen Wege müssen hierfür gefunden werden? Fest steht: Kulturelles Erbe ist ein Geschenk unserer Vorfahren. Es zu bewahren, kann nur als Gemeinschaftsaufgabe gelingen. Weltweit haben Städte, Kommunen und Museen jedoch große Schwierigkeiten, historische Schiffe zu erhalten – insbesondere solche, die sich bis heute schwimmend im Wasser befinden. Nicht nur Holz ist in seiner Lebenszeit im Wasser endlich, auch Stahl benötigt eine regelmäßige Erneuerung. Kein Schiffbauer konnte einst ahnen, dass sein Wasserfahrzeug einmal als historisch schützenswertes Objekt eingestuft werden würde. Anders als Pyramiden, Schlösser oder Kathedralen sollten Schiffe nicht Jahrhunderte oder gar Jahrtausende überdauern, sondern wurden in der Regel für eine Betriebsdauer von 20 bis 30 Jahren ausgelegt.
 

Wenn wir sie heute als historisch bedeutend einstufen, müssen wir uns zugleich auch darüber Gedanken machen, wie wir sie erhalten wollen und erhalten können. In der Stiftungsurkunde ist geregelt, dass das Land Bremen und die Stadt Bremerhaven als Stifter durch die Bereitstellung finanzieller Mittel für den Erhalt der Schiffe sorgen. Dass dies mit erheblichem Kostenaufwand verbunden ist, wurde bei der Gründung des Museums nicht ausreichend berücksichtigt.


Für alle, die in unserem Museum Verantwortung trugen und tragen, war und ist dies ein großes Problem, das nie grundlegend gelöst werden konnte. Wenn der Verlust der SEUTE DEERN eines zeigt, dann dies: Der Museumshafen braucht eine nachhaltige Perspektive. Gemeinsam mit unseren Stiftern, unserem Förderverein und unseren Gesprächspartner:innen auf Bundesebene arbeiten wir daran, dass der Museumshafen wieder ein lebendiger, attraktiver Ort im Herzen Bremerhavens und in den Herzen der Bremerhavener:innen wird. Ein Ort, der Schifffahrtsgeschichte für Tourist:innen und Einheimische erlebbar macht – eingebettet in die Innenstadt und in ein Netz aus verschiedenen Akteuren.

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