Optimale Bedingungen für die Schätze des DSM: Neubau eines Forschungsdepots

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Neubau eines Forschungsdepots

06.11.2019

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte baut ein Forschungsdepot in Bremerhavens Fischereihafen. Archivalien und Sammlungen bekommen mehr Platz. Neben ausreichend Lagerkapazitäten, verspricht der dreistöckige Neubau an der Eichstraße Büro-, Seminar- und Sozialräume sowie eine moderne Infrastruktur. Am 6. November 2019 wurde der Grundstein des Depots für die Schätze des Museums gelegt.
 
Die Sammlung des DSM ist das Herzstück des Hauses. Sie dient als Aus­gangspunkt von Forschung und Vermittlung. Zur Sammlung gehören etwa 380.000 Archivalien und rund 60.000 Museumsobjekte aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Größen: von Schiffsmodellen über Galionsfiguren und Schiffsglocken bis hin zu präparierten Tieren. Das Forschungsdepot bietet verbesserte Lagerungsbedingungen und Möglichkeiten, die Sammlung besser zu erforschen. 
 
„Im Fischereihafen entstehen circa 2.300 Quadratmeter Depotfläche für das Sammlungsgut sowie Büroräume für acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DSM“, erzählt Annika Opitz, zuständig für das Sammlungsmanagement des DSM. Das Gebäude wird optimale konservatorische Bedingungen bieten, unter anderem eine Kühlkammer für Glasplattennegative und einen speziell klimatisierten Raum für Fotos. Eine mehr als sieben Meter hohe Lagerhalle bietet außerdem Platz für Großobjekte.
 
„Ziel des Neubaus ist eine optimale, trans­parente Lagerung einer zusammengeführten und geordneten Sammlung, die konservatorisch, lo­gistisch und sicherheitstechnisch internationalen Ansprüchen gerecht wird“, betont Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin des DSM. Auch mit Blick auf Arbeitsabläufe und die Nutzung der Sammlung ist die Zusammenlegung von Archiv und Magazin zielführend. Sowohl für Archiv- als auch für Magazingut werden entsprechende klimatische Bedin­gungen benötigt.
 
Im Sinne des OpenLab wird in das Forschungsdepot eine Studienzone mit Studiensammlung für Lehrveranstaltungen, Forschung und Wissenschaft integriert. Das Forschungsdepot ist zwar nicht öffentlich zugänglich, jedoch für Forschende vor Ort nutzbar. In dieser Studienzone kann Sammlungsgut von der Fachwissenschaft im Rahmen von Stu­dienaufenthalten und Lehrveranstaltungen sowie von der Öffentlichkeit an „Tagen der offenen Tür“ gesichtet werden. „Die Studienzone fun­giert im Sinne eines Begegnungsraumes von Ob­jekten und Menschen“, so Kleingärtner, dies diene auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. „Hier sollen Studierende angeleitet werden zu wissenschaftlichem Arbeiten und abseits üblicher akademischer Karrierewege berufliche Perspektiven in einer außeruniversitären Forschungseinrichtung kennen lernen.“
 
Bis das Depot bezugsfertig ist, werden die Objekte in einem Übergangsdepot zwischengelagert, da zur Zeit auch im Museum Sanierungsarbeiten stattfinden. Die Investitionen für den Bau des Forschungsdepots belaufen sich insgesamt auf rund acht Millionen Euro – jeweils zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Land Bremen finanziert.

Stimmen zur Grundsteinlegung: 

Prof. Dr. Matthias Beller, Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft:
„Das Deutsche Schifffahrtsmuseum ist zentraler Partner in den Veranstaltungen, die im Rahmen des Aktionsplans Leibniz-Forschungsmuseen der Bedeutung der Leibniz-Forschungsmuseen weitere Sichtbarkeit verliehen hat. Auch mit seinem innovativen Format für die Sonderausstellung „360° Grad Polarstern – Eine virtuelle Forschungsexpedition“, zielt das DSM auf das Museum der Zukunft und stellt seine Leidenschaft für innovative Vermittlung heraus. Sie demonstriert ebenso wie die neue Ausstellung rund um die Kogge, wie fruchtbar, spannend und immersiv die Synergie von Forschen, Sammeln und Ausstellen sein kann. Der Grundstein für ein Forschungsdepot ist so gesehen die Grundsteinlegung für weitere Exzellenz, für den Erhalt und die Erschließung der Objekte und für die Vermittlung in die Gesellschaft hinein.“

Dr. Bernhard Klingen, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Mitglied des DSM-Stiftungsrats:
„Mit dem Forschungsdepot im Fischereihafen wird wissenschaftliches Arbeiten direkt an und mit den Objekten der Sammlung ermöglicht. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Forschungsmuseums, seine Sammlungen zu pflegen und zu bewahren, zugleich aber auch zugänglich zu halten und für die Wissenschaft nutzbar zu machen. Deshalb freue ich mich, dass die Sammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums mit dem Neubau des Forschungsdepots nun eine Heimat finden wird, die ihrem wissenschaftlichen Wert gerecht wird.“

Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, Vorsitzende des DSM-Stiftungsrats: 
„Das Depot ermöglicht verbesserte und moderne Lagerungsbedingungen für die Sammlung des DSM und schafft einen zeitgemäßen Zugang für die wissenschaftliche Arbeit mit den Objekten. Die Errichtung des Depots fördert somit gleichermaßen den Erhalt und die Erforschung von maritimen Kulturobjekten. Zudem ist die Grundsteinlegung auch ein wichtiger Schritt zur weiteren Entwicklung des Deutschen Schifffahrtsmuseums als integriertes Leibniz- Forschungsmuseum.“

Melf Grantz, Oberbürgermeister der Seestadt Bremerhaven: 
„Mit dem Bau dieses Depots, das mehr ist als nur eine Verwahrstätte, wird die wissenschaftliche Kompetenz des Deutschen Schifffahrtsmuseums als Leibniz-Institut für Maritime Geschichte gestärkt. Darüber freuen wir uns als Wissenschaftsstadt außerordentlich. Es ist die Stärkung der beiden Säulen Forschung und Sammlung, die die Leibniz-Forschungsmuseen auszeichnet.“

Jens Kruse, Geschäftsführer Haslob Kruse + Partner Architekten:
„Das Forschungsdepot des Deutschen Schifffahrtsmuseums wird einen städtebaulichen Akzent im Fischereihafen setzen. Die Materialien Holz, Metall und Glas sind vom Schiffsbau inspiriert. Die Fassade erinnert an einen Schiffsrumpf mit seinen Planken.“

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