

Koloniale Spurensuche: Artist Talk mit Kavena Hambira
Diskussion / Sonntag, 19.4.2026 / 15 Uhr /Schiffswelten / 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre frei.
Für die Sonderausstellung „Land gewinnen“ ist in Kooperation mit dem namibischen Künstler Kavena Hambira eine Videoinstallation entstanden, die sich mit dem Umgang mit kolonialen Beständen auseinandersetzt. Im Rahmen eines Artist Talks wird sich der renommierte Künstler und Filmemacher am 19. April ab 15 Uhr live ins Museum zuschalten.
Im Zentrum der Diskussion stehen die Fragen: Wie geht das DSM mit kolonialen Exponaten um? Wie setzt Kavena Hambira diese in einen neuen Kontext? Und wie untersucht das Sammlungsteam die Objekte hinsichtlich ihrer Herkunft?
Neben Hambira, dessen Videoinstallation ebenfalls präsentiert wird, stellt eine Mitarbeiterin des Sammlungsteams die Arbeit der Abteilung vor. In der neu gegründeten Abteilung „Dokumentation und Herkünfte“ werden seit Januar dieses Jahres die Bestände systematisch im Hinblick auf kontextsensible Provenienzen und Sammlungsgeschichten überprüft. Konkret wird aufgezeigt, wie Marinebestände aus deutschen kolonialen Kontexten einer kritischen, auch kontrafaktischen Prüfung unterzogen werden.
Im Fokus stehen dabei Narrative, die mit Sammlungsobjekten wie „Reisemitbringseln“, privaten Fotoalben mit handschriftlichen Kommentaren sowie Verleihungsurkunden für Kolonialgedenkmünzen verbunden sind. Diese werden in ihren spezifischen kolonialen Zusammenhängen rekonstruiert und dadurch zugleich dekonstruiert.
Kavena Hambira hat bereits für zahlreiche weitere deutsche Universitäten Videos zu vergleichbaren Themen produziert. Die Sonderausstellung „Land gewinnen – Die Deutsche Atlantische Expedition von 1925 bis 1927“ ist noch bis zum 3. Mai 2026 zu sehen. Neben der Expedition der METEOR vor 100 Jahren und deren Forschung beleuchtet die Ausstellung kritisch die politischen und kolonialen Verflechtungen der METEOR-Expedition und bindet dabei auch Perspektiven aus Namibia ein.
Die Videoinstallation ist mit freundlicher Unterstützung des DSM-Fördervereins entstanden. Die Veranstaltung wird zweisprachig (Deutsch/Englisch) und im hybriden Format angeboten.