Nachbericht: Tag der Wissenschaft: Forschen und Ausstellen am DSM

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Das Deutsche Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte veranstaltete zum ersten Mal den „Tag der Wissenschaft“. An dem Online-Event am Freitag, 17. Februar 2023, nahmen mehr als 70 Personen aus Forschungsinstituten, Universitäten, Museen und Kultureinrichtungen teil, die aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich, England und Irland zugeschaltet waren. Ziel war es, Expert:innen im Bereich der Medienwissenschaften, der maritimen Wissenschats- und Technikgeschichte, der Anthropologie und Kulturgeschichte, der Naturwissenschaften sowie der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte in einem interdisziplinären Dialog zusammen zu bringen.

Entlang des Forschungs- und Ausstellungsprogramms des DSM bot der Tag Einblicke in unterschiedliche Themenkomplexe. Digitalisierung und Vermittlung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Ausstellen sind zentrale Herausforderungen eines Forschungsmuseums der Leibniz-Gemeinschaft. In seiner Keynote „Wissensprozesse und digitale Medien“ betonte Prof. Dr. Sebastian Vehlken vom DSM die integrative Funktion, die eine Beschäftigung mit Digitalität im Bereich Maritimer Geschichte mit sich bringt. Der Vortrag diskutierte die engen Verbindungen von digitalen Medien und Schifffahrt: Nicht nur stellen digitale Medien die Möglichkeitsbedingung für komplexe maritime Handelsinfrastrukturen und erlauben durch Simulationsverfahren und ‚Digitale Zwillinge‘ neuartige Konstruktionsverfahren im Schiffbau. Auch die globale digitale Vernetzung ihrerseits ist in ihrer Materialität – Stichwort Unterseekabel – nur im Zusammenhang mit Schiffen und Schifffahrt zu verstehen. Nicht zuletzt bieten digitale Verfahren die Möglichkeit neuer Erkenntnisproduktionsprozesse: So können etwa mit Simulationstools virtuelle Fahrversuche mit der Titanic oder der Bremer Kogge durchgeführt werden, die oftmals eine Neubewertung historiographischer Hypothesen erlauben.

Mit diesen und weiteren im DSM im Rahmen der Abteilung ‚Wissenschaftsgeleitete Digitalisierung‘ angeschobenen Projekten leitete die Keynote über zu einer auch thematisch enganschließenden Podiumsdiskussion, die nicht nur das Potenzial digitaler und analoger Ausstellungsformate für die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte herausstellte, sondern vor allem auch konkret Möglichkeiten für eine auf Inklusion, Teilhabe und Partizipation ausgerichtete Besucheransprache im Museum vorführte.

Die folgenden Break-Out Session beschäftigten sich mit drei am DSM angesiedelten Forschungsperspektiven. Die erste Session beleuchtete historische und gegenwärtige Herausforderungen maritimer Forschungs-, insbesondere Polarexpeditionen im Zusammenhang mit maritimen Techniken sowie extremen Umweltbedingungen und Klimawandel. Die zweite Session stellte unterschiedliche Formen der Umweltbelastung und Nachhaltigkeit im Ozean in den Fokus: menschengemachte Veränderungen maritimer Biodiversität, Walfang und Wracks im Meer waren einige der diskutierten Themen. Die dritte Session beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit der maritimen Wirtschaft, vor allem dem Schiffbau und der Schifffahrt. Von gegenwärtigen Debatten der „Blue Economy“ im Kontext der UN-Nachhaltigkeitsziele zur Provenienzforschung und der Rolle von Schiffbau und Schifffahrt in der NS-Zeit, der Funktion von Frauen auf Werften, bis hin zu Ausprägungen frühneuzeitlicher Handelsnetzwerke wurde ein großes Spektrum gesellschaftlich relevanter maritimer Forschung abgedeckt.

Kontakt

Thomas Joppig

presse@dsm.museum

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