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Internationale Konferenz: Ein ziviler Ozean - ein maritimer Raum

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Call for Papers und Internationale Konferenz: Ein ziviler Ozean - ein maritimer Raum

Blog | | 03.09.2021

Ein ziviler Ozean - ein maritimer Raum: Negotiating Boundaries between War and Peace at Sea Internationale Konferenz des Northern Sea Maritime Museums' Network 28.-30. April 2022, Bremerhaven/ Bremen - cfp

 

Artefakte und Gemälde in den maritimen Sammlungen und im Freilichtmuseum an den Nordseeküsten spiegeln Relikte des Ersten und Zweiten Weltkriegs wider. Sie prägen ein starkes maritimes Flair, das mit einer spezifischen erinnerungspolitischen regionalen Identität verbunden ist. Um die maritime Geschichte neu zu denken, muss jedoch die Rolle der Marinegeschichte in einem neuen Rahmen neu formuliert werden, um ihre heutige politische Bedeutung herauszuarbeiten.

 

Die Konferenz zielt auf eine allgemeine Neuinterpretation und Neuformulierung der Marinegeschichte in einem breiteren internationalen Kontext ab. Sie will einen Dialog zwischen der maritimen und allgemeineren Bereichen der historischen, politischen und soziologischen Wissenschaften fördern. Sie fragt nach der Rolle des Meeres als Raum, in dem die Grenzen zwischen Recht und Unrecht, zwischen Freiheit und Souveränität, zwischen Krieg und Frieden ausgehandelt wurden. Sie bewertet die spezifische Rolle des Meeres als Raum politischer und wirtschaftlicher Interaktion und untersucht die Rolle des Meeres als Rahmen für technologische Innovationen an der Schwelle zwischen militärischen und wissenschaftlichen Institutionen.

 

Die Konferenz richtet sich an maritime (Kunst-)Historiker, Archäologen, Politik- und Sozialwissenschaftler, aber auch an Fachleute aus dem Bereich des Seerechts, des Schiffbaus sowie an Aktive aus der Schiffsindustrie und dem Sicherheitsmanagement auf See sowohl aus zivilen Organisationen als auch aus der Marine. Sie konzentriert sich auf die Neuzeit, um Forschungs- und Ausstellungsthemen mit den gegenwärtigen und zukünftigen globalen Herausforderungen im Zusammenhang mit Krieg und Frieden auf See zu verbinden.

 

Bestätigte Hauptredner sind Prof. Dr. Anita van Dissel (Universiteit Leiden), Prof. Dr. Jürgen Elvert (Universität zu Köln) und Prof. Dr. Andrew Lambert (King's College, UK).

 

Vorläufiger Entwurf des Programms

 

Panel 1: Verstrickte maritime Kultur

 

Ziel des Panels ist es, die vielfältigen kulturellen Interdependenzen zwischen See und Land zu thematisieren und der Frage nachzugehen, ob und wie Krieg und Frieden diese Interdependenzen beeinflusst oder gar geformt haben, sei es die Marinemode im kaiserlichen Deutschland oder individuelle Biographien von Seeleuten, die zwischen Marine und ziviler Seefahrt schwanken. Dabei geht es auch darum, Schiffe als Träger entweder friedlicher Träume oder kaiserlicher Projekte zu begreifen, oft beides vereint in einer Schiffsgeschichte. 

 

Panel 2: Maritime Technologien zwischen Krieg und Frieden

 

Viele technologische Innovationen sind das Ergebnis finanzieller Anstrengungen zur Lösung von Problemen, die durchweg militärische Vorteile versprachen. Somit ist die Geschichte der Technologie von einer manchmal versteckten militärischen Agenda begleitet. Die Aufdeckung dieser versteckten Agenda hilft zu zeigen, unter welchen Umständen technologische Innovationen entstanden sind und zu fragen, wie und wann sie auch für nicht-militärische Zwecke eingesetzt wurden. Gleichzeitig geht es auch darum, den Transfer und den Einfluss wissenschaftlicher Konzepte auf die Militärtechnik zu untersuchen. In einem sehr weiten Kontext hilft es, einen differenzierten Blick auf die "Uninteressiertheit" technologischer Innovationen und den Platz dieser Innovationen in spezifischen sozialen und politischen Konstellationen zu bekommen. Das Panel regt ausdrücklich dazu an, sich mit dem Thema Schiffbau und Risikomanagement in Friedens- und Kriegszeiten auseinanderzusetzen.

 

Panel 3: Ressourcen auf See

 

Das Meer als Handelsraum und als ein Raum, dessen Ressourcen im globalen Maßstab bewertet werden, beeinflusst die Grenzen zwischen Krieg und Frieden immens. Das Panel konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen Seekrieg und Handel sowie zwischen militärischen Interessen und ziviler Handelsschifffahrt und Fischerei. Es zielt darauf ab, verflochtene politische Agenden in Bezug auf wirtschaftliche und politische Interessen zu erkennen und zu fragen, ob und wie das Meer diesen Interdependenzen einen spezifischen Rahmen gibt, der politische Konflikte im Allgemeinen entweder verlängert oder beschleunigt.

 

Panel 4: Ein Blick zurück in die Zukunft: Schiffswracks und museale Artefakte

 

Da ein Großteil der Schiffswracks einschließlich der Munition auf dem Meeresgrund verbleibt, stellt sich die Frage, wie wir das Erbe von Krieg und Frieden auf See bewerten: Die ökologischen Folgen dieser Gegenstände wurden gerade erst erforscht und ins öffentliche und politische Bewusstsein gerückt. Andererseits finden sich in Schiffswracks auch sehr oft Gräber und Gedenkstätten, die eine gewisse kulturelle Haltung (oder völlige Vernachlässigung) erkennen lassen. Nicht zuletzt stellt die Ausstellung von Überresten des Krieges und des Seefriedens in Museen eine Verbindung zwischen unserer Sammlung und gegenwärtigen und zukünftigen politischen Entwicklungen her.

 

Offenes Forum zur Präsentation von Museums- und Ausstellungsprojekten über Plakate oder Homepages

 

Entweder als Belastung oder als Potenzial: Marineartefakte machen oft einen großen Teil der Sammlungen von Schifffahrtsmuseen aus und müssen daher bei der Neugestaltung von Dauerausstellungen oder bei der Planung neuer Ausstellungsereignisse berücksichtigt werden. In unserem offenen Forum möchten wir Ihnen einen Raum geben, um entweder konzeptionelle Ideen zum Verhältnis von Marine und Bürgerkrieg in Ihrem Museumskonzept darzustellen oder auch um zukünftige Museumsthemen zu erproben. Die Beiträge für dieses Panel können entweder als Poster oder als virtuelle Lösungen präsentiert werden. Bitte nennen Sie den Titel des Projekts, reichen Sie eine kurze Projektbeschreibung ein (400-600 Zeichen einschließlich Leerzeichen) und fügen Sie eventuell Links zu Materialien hinzu, die für das Projekt relevant sind.

 

Die Konferenz wird vom Northern Sea Maritime Museums' Network (https://www.dsm.museum/forschung/kooperatives-forschen/netzwerk-maritimer-museender-nordseecommittee) organisiert. Wir ermutigen Museen und Ausstellungsmacher zur Teilnahme an einem offenen Forum mit Posterpräsentationen, sowohl analog als auch digital, um aktuelle Ausstellungs- oder Erneuerungsprojekte im Zusammenhang mit dem Konferenzthema zu diskutieren. Es ist eine Veröffentlichung des Konferenzberichts in einem von Fachleuten begutachteten Format geplant.

 

Sie können entweder einen Beitrag für die vier thematischen Panels oder für das unten beschriebene offene Forumsformat einreichen. Bitte senden Sie bis zum 1. Oktober 2021 einen Titel und einen Abstract von ca. 300-500 Zeichen in englischer Sprache an Ruth Schilling: schilling@dsm.museum. Sie werden spätestens am 1. November 2021 über die Teilnahme informiert. Die Reisekosten für alle aktiven Teilnehmer werden erstattet.

 

Das wissenschaftliche Organisationskomitee Anne Tove Austbo (Stavanger, NO); Annette de Wit (Rotterdam, NL); Stephan Huck (Wilhelmshaven, Deutschland) Ursula Richenberger (Hamburg, Deutschland) Ruth Schilling (Bremerhaven, Deutschland), 19. Mai 2021

Kontakt

Prof. Dr. Ruth Schilling

0471 48 207 833

Schilling@dsm.museum

Öffnungszeiten

Kogge-Halle und Schiffe sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Bitte zeigen Sie Ihren 3G-Nachweis an der Kasse.

Weitere Infos

Anfahrt

Deutsches Schifffahrtsmuseum
Hans-Scharoun-Platz 1
D-27568 Bremerhaven

Kontakt

T. +49 471 482 07 0
M. info@dsm.museum

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