Welttag der Ozean 2026
Der Welttag der Ozeane (World Ocean Day) findet jedes Jahr am 8. Juni statt. Dieses weltweite Ereignis würdigt die lebenswichtige Rolle der Meere und macht auf die dringende Notwendigkeit ihres Schutzes aufmerksam. Denn: Zwei Drittel der Erde sind von Wasser bedeckt. Im Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte findet unter anderem Forschung zum Meer statt. Anlässlich des diesjährigen World Ocean Days erzählen Forschende, inwiefern ihre Forschung zum besseren Verständnis und Umgang mit dem Ozean beiträgt.
Warum ist der Schutz unserer Meere so wichtig? Als Lebensraum bedecken die Meere über 70 Prozent des Planeten und sind Lebensraum für 80 Prozent der weltweiten Arten. Das Meer ist eine wichtige Sauerstoffquelle, denn das Phytoplankton im Meer produziert fast 70 Prozent des Sauerstoffs. Das Meer ist eine wichtige Nahrungsquelle für Milliarden von Menschen.
Aktuell sind die Meere jedoch durch die globale Erwärmung, Plastikmüll und Überfischung massiv gefährdet. Es liegt in der Verantwortung aller Menschen, diese Ressourcen für künftige Generationen zu bewahren.
Im DSM passiert Forschung, die direkt mit dem Meer verknüpft ist.
Dr. Katharina Bothe, Expertin für Blue Economy und Kreuzschifffahrt, die im letzten Jahr am World Ocean Summit teilgenommen hat. Anlässlich des World Ocean Days nahm sie am 3. Juni an einer Diskussion mit dem Titel: Who Governs the Oceans: Rethinking Access & Equity teil.
„Nachhaltige Ozeane brauchen faire maritime Arbeit. Meine Forschung untersucht die Arbeits- und Lebensbedingungen von Seefahrenden und Werftbeschäftigten und zeigt: Soziale Gerechtigkeit und die Perspektiven der Arbeitskräfte sind für Zukunft der maritimen Wirtschaft und Lebensräume entscheidend."
Deike Reddig, Doktorandin am DSM forscht zum Thema Katastrophen auf See und maritime Erinnerungskultur im 20. und 21. Jahrhundert
„Meine Forschung trägt zu einem besseren Verständnis der historischen Meereswahrnehmung und Erinnerungskultur bei, indem es zeigt wie historische Bedingungen, kulturelle Diskurse und Machtstrukturen rund um Schiffsunglücke die Wahrnehmung des Meeres prägen. Auf einer übergeordneten Ebene wird somit sichtbar, wie diese Konstruktionen unser Verständnis von Natur und Zivilisation beeinflussen.“
Dr. Frederic Theis, Historiker, Crew-Sprecher der GRÖNLAND, des museumseigenen Traditionsschiffes und Experte für museumsbezogenen Schiffsmodellbau
„Am World Ocean Day wollen wir uns bewusst machen, wie sehr unser Leben vom Meer und von der Schifffahrt geprägt ist. Mir ist es wichtig, die Arbeitswelten von Seeleuten in Forschung und Vermittlung sicht- und hörbar zu machen und zugleich die enge Verbindung zwischen unserem maritimen Kulturerbe und dem Meeresschutz zu zeigen. Von Museumsschiffen über historische und neuere Fischernetze bis hin zu umweltschonenden Schiffsantrieben: Unsere einzigartige Museumssammlung bietet dafür die ideale Grundlage.“
Dr. Katrin Kleemann, Umwelthistorikerin am DSM, forscht zur Geschichte der Deutschen Seewarte. Sie publizierte gerade im Third World Ocean Assessment Report der Vereinten Nationen, der pünktlich zum 8. Juni 2026 veröffentlicht wurde. Die dritte Weltmeerbewertung (WOA III) ist die einzige globale integrierte Bewertung der Weltmeere, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte abdeckt.
„In meiner Forschung am DSM befasse ich mich damit, wie Forschende in der Vergangenheit das Meer untersucht haben, um mehr Wissen über den Ozean zu produzieren. Heute erscheint der Third World Ocean Assessment Report der Vereinten Nationen, bei dem ich als eine von 580 Autor:innen den aktuellen Stand der Wissenschaft zum Ozean analysiert habe.“
Anja Binkofski, Doktorandin am DSM, forscht zum Thema Schiffsrecycling in Norddeutschland - Wie verschiedene Arten von Wert die Schiffsrecycling Industrie beeinflussen (können)
"Ich erforsche die verschiedenen Arten von Wert, die im Zusammenhang mit dem Thema Schiffsrecycling in Deutschland diskutiert werden, wobei das Schiff als globales Objekt im Zentrum meiner Arbeit steht. Meine Forschung trägt hoffentlich dazu bei, dass Schiffseigner:innen mehr Verantwortung für eine nachhaltige, faire und sichere Entsorgung ihrer Schiffe übernehmen und so sicherstellen, dass weder die Schiffe selbst noch ihre Schadstoffe das Meer als Endlager finden."

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