Zu sehen ist ein schwarz-weiß-Foto mit einem großen hölzernen Container auf einem Lastwagen-Anhänger. Er steht abgestellt auf einer Kopfsteinpflaster-Straße vor Fachwerkhäusern. Mehrere Männer stehen an, ein Mann liegt auf dem Container und hantieren scheinbar am Verschluss. Auf der Seite des Containers ist „771 Montevideo“ aufgedruckt.
Zu sehen ist ein schwarz-weiß-Foto mit einem großen hölzernen Container auf einem Lastwagen-Anhänger. Er steht abgestellt auf einer Kopfsteinpflaster-Straße vor Fachwerkhäusern. Mehrere Männer stehen an, ein Mann liegt auf dem Container und hantieren scheinbar am Verschluss. Auf der Seite des Containers ist „771 Montevideo“ aufgedruckt.

    Ausplünderung in Bremer Häfen

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    Ausplünderung in Bremer Häfen

    Vorträge | 18.02.2021

    18.00 Uhr / Vortrag von Susanne Kiel  / Treffpunkt: Hafenmuseum, Am Speicher XI 1, Bremen / Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Hafenmuseum und der Landeszentrale für politische Bildung Bremen statt.

     

    Im Oktober 2018 startete die Arbeit am Grundlagen-Forschungsprojekt "Der Umgang mit Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten in Bremen nach 1939: Beteiligte, Netzwerke und Wege der Verwertung", um erhaltene Informationen über die Umstände der Ausplünderung von Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten aus dem gesamten ehemaligen Reichsgebiet in den Häfen Bremens zu recherchieren und wissenschaftlich aufzuarbeiten.

     

    Als einer der beiden großen Auswandererhäfen Deutschlands ist Bremen für Emigrierende mit per Schiff zu transportierendem Umzugsgut auch in der NS-Zeit eine wichtige Etappe bei der Versendung ihres Hab und Gutes gewesen. Voraussichtlich knapp 1.000 Sendungen (bestehend aus Liftvans, Kollies, Kisten, Koffer, Seesäcken und sperrigen Einzelstücken wie Bettgestellen etc.) blieben allerdings in den Lagern der Speditionen und bei den Lagergesellschaften der Stadt liegen, als Anfang September 1939 der Krieg ausbrach und die zivilen Schiffe die Häfen nicht mehr verlassen durften.

     

    Einige Schiffe, die bereits im August in See gestochen waren, wurden in die Häfen zurückbeordert. Dabei kam es vor, dass auch Schiffe, die in Hamburg gestartet waren, nun in Bremerhaven anlegten und ihre Ladung, darunter auch die Umzugsgüter der Emigrierenden, in Bremerhaven und in Bremen eingelagert wurden.

     

    Die Gestapo begann im Laufe des Jahres 1940 diese Überseekisten, die jüdischen Emigrierenden gehörten, zu beschlagnahmen und deren Inhalte durch Gerichtsvollzieher öffentlich versteigern zu lassen. Im Lauf der folgenden Jahre übernahm die Oberfinanzdirektion des Gau Weser-Ems die Verantwortung und die Organisation dieser Versteigerungen in Bremen, die laut derzeitigem Forschungsstand bis Ende des Jahres 1943 durchgeführt wurden.

     

    Die Recherche zu diesen Transportkisten und ihren Inhalten umfasst die Verpackung, den Transport, die Lagerung, die (geplante) Verschiffung, die Beschlagnahme und die Versteigerung. Dazu gehört zuvorderst die Frage nach den ehemaligen Eigentümern: ihre Namen, ihre Wohnorte und wenn möglich ihre Lebensumstände und ihr Schicksal.

     

    Die Versteigerer, die Käufer sowie die weiteren Beteiligten, die an dieser Kette der "Verwertung" jüdischen Eigentums teilhatten, werden ebenfalls - soweit möglich - im Zuge dieser Forschungen identifiziert und ihr Anteil an diesem Prozess recherchiert.

     

    Hinweise aus der Bremer Bevölkerung zu den damaligen Vorgängen sind uns sehr willkommen und können möglicherweise mit noch unbekannte Aspekten dieses Thema erhellen.

     

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