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Flößerei wird Immaterielles Kulturerbe

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Flößerei wird Immaterielles Kulturerbe

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Der einstige DSM-Direktor Hans-Walter Keweloh und Ehrenvorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung feiert einen Meilenstein seines Lebenswerks: Seit vielen Jahren forscht und arbeitet er zum Thema Flößerei und setzt sich unter anderem dafür ein, dass das Handwerk als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt wird. Nach 37 Jahren ist dieses Ziel erreicht. Am 1. Dezember kam die Nachricht ausRabat (Marokko): die UNESCO-Kommission hat die Flößerei als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ anerkannt.

Wie lange haben Sie sich für die Aufnahme des Flößerei-Handwerks als UNESCO-Weltkulturerbe eingesetzt?

Der Registrierung bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit ging 2014/2015 die Aufnahme in die deutsche UNESCO-Liste immaterielles Kulturerbe voraus. Das war 30 Jahre nach der Ausstellung „Flößerei in Deutschland“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum. Die Bewerbung habe ich seinerzeit als Vorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung betrieben. Eingereicht hat sie das Land Bremen als Sitzland der Vereinigung (Kulturressort/Senatsrat Dr. Andreas Mackeben). Nach dem Erreichen dieses gesteckten Ziels bin ich 2017 in Wolfratshausen nach 25 Jahren vom Vorsitz der Vereinigung (gegründet 1992 in Höxter) auf dem Deutschen Flößertag in Wolfratshausen zurückgetreten. Seither habe ich die Bewerbung, die von deutscher Seite von dem stellv.Vorsitzenden der DFlV, Dr. Frank Thiel, vorangetrieben wurde, als Ehrenvorsitzender der Deutschen Flößerei-Vereinigung inhaltlich weiter begleitet. Insofern haben wir mit der Ernennung nach 37 Jahren ein Ziel erreicht, an das wir bei der Vorbereitung der Ausstellung nicht einmal in den kühnsten Träumen gedacht hätten.  

 

Wie lange dauerten die Verhandlungen?

Die ersten Aktivitäten für die Bewerbung mit den anderen Ländern begannen 2019. Zuerst hatte Tschechien, das den Vorsitzenden der internationalen Flößer*innen (IATR) stellte, den Hut für den gemeinsamen Antrag an die UNESCO auf. Das übernahmen dann die Polen. Angesichts der Corona-Pandemie konnte man sich aber nicht so wie geplant treffen. Der erste wichtige Schritt auf dem Weg für die deutschen Flößerinnen und Flößer war die Nachricht, dass die Bundesrepublik der Bewerbung zustimmte. In diesem Jahr zeichnete sich dann zunehmend ab, dass die Anerkennung erfolgen würde. Auf dem Deutschen Flößertag im Oktober in München waren unsere Mitglieder von der Deutschen UNESCO-Kommission gebeten worden, Jubelbilder aufzunehmen, die auf der UNESCO-Sitzung in Rabat am 1. Dezember bei der Verkündung der Aufnahme gezeigt werden konnten.

 

Was bedeutet diese Auszeichnung für die Flößerei?

Bei der Gründung wählten wir den Namen Deutsche Flößerei-Vereinigung, um deutlich zu machen, dass man sich umfassend mit dem Thema Flößerei beschäftigen wollte und nicht nur aktive Flößerinnen und Flößer Mitglied werden konnten. Die Vereinigung sollte als nationaler Dachverband der örtlichen und regionalen Floß- und Flößervereine in Deutschland agieren. Als Ziele gemeinsamer Arbeit wurden die „Förderung der Forschung über Arbeit und Alltag der Flößerei sowie über die allgemeine Bedeutung  derselben in Vergangenheit und Gegenwart, Unterstützung von Bemühungen zur Erhaltung alter  Anlagen der Flößerei, Durchführung möglichst jährlich stattfindender Arbeitstagungen ("Flößertage"), Herausgabe eines regelmäßig erscheinenden Mitteilungsblatts, Unterstützung der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit  bestehender Flößergilden, -zünfte,  - vereine und -vereinigungen sowie Vertretung von deren gemeinsamen Interessen in der Öffentlichkeit“ beschlossen. Diese Ziele haben wir alle jetzt erreicht, und zwar nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene. Die Vereine werden vor Ort für ihre Anliegen sicherlich ein offenes Ohr in der Politik finden – sei es in ihren denkmalpflegerischen Bemühungen zum Erhalt der bestehenden Anlagen, sei es bei ihren Wünschen, die Flößereigewässer auch in Zukunft mit Flößen befahren zu können. Da ist die Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe der Menschheit sicherlich ein wirkungsvolles Argument.

 

Wie haben Sie auf die Nachricht reagiert? Werden Sie den Erfolg feiern?

Trotz der sich in diesem Jahr abzeichnenden Entwicklung blieb eine gehörige Anspannung. Als meine Frau, die als Schriftführerin der Deutschen Flößerei-Vereinigung (seit der Gründung 1992 in Höxter) vom Deutschen Flößertag in München mit der Nachricht der „Jubelbilder“ zurückkam – ich war aufgrund von Krankheit nicht mit in München - , habe ich sie glücklich umarmt! Selbstverständlich werde ich mit ihr noch einmal kräftig auf den Erfolg anstoßen. Das werde ich irgendwann mit allen unseren Kindern irgendwann auch tun, denn sie sind mit der Flößerei und mit Flößen groß geworden.

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