Exponate

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Schiffbaustrecke – eine interaktive Installation

Die Schiffbaustrecke ist eines unserer Museumsangebote für Familien und Besucher*innen, mit dem Fokus auf interaktives Lernen

In der „Schiffbaustrecke“ können Besucher*innen selbst zu Akteur*innen werden und den Bau eines Schiffes gestalten und begleiten. Seegängige Schiffe stellen bis heute industrielle Großprojekte dar, zu deren Gelingen zahlreiche unterschiedliche Berufsgruppen und Gewerke beitragen. Die Werft als zentraler Produktionsort ist aufgrund seiner Vielgestaltigkeit eher mit einer Baustelle denn mit einer Fabrik zu vergleichen. Gleichzeitig lässt sich an der historischen Entwicklung von Werften das ständige Bemühen ablesen, sich dem „Ideal“ der Fabrik anzunähern und die Produktion sowohl technisch als auch organisatorisch zu optimieren. Heute drückt sich dieses Bestreben insbesondere im Spannungsfeld analoger und digitaler Technik aus, das sich in der Installation mit seinen physischen und digitalen Elementen widerspiegelt. Die Schiffbaustrecke bildet das zentrale Element der Ausstellung zur „Arbeit im Schiffbau“. Hier können kleine und große Besucher*innen in den komplexen Ort „Werft“ eintauchen und spielerisch erfahren, wie es mit modernster Technik gelingt, seegängige Schiffe zu konstruieren und zu bauen. Gleichzeitig vermittelt die Installation einen Eindruck davon, vor welche Probleme Ingenieure, Schiffbauer und andere Berufsgruppen bei ihrer Arbeit gestellt und welchen Belastungen sie häufig ausgesetzt sind.

 

Wie entsteht ein Schiff? – Der Produktionsablauf im Kleinen

Der Aufbau der Schiffbaustrecke orientiert sich am Bauprozess eines Schiffes und ist unterteilt in Projekt- und Bauphasen. Angefangen beim Entwurf und der Konstruktion über Fertigung und Montage bis hin zum Aufschwimmen, der Endausrüstung und der Übergabe an die Auftraggeber durchlaufen die Besucher*innen die wichtigsten Bauabschnitte im Schiffbau.

Die Digitalisierung hat nicht nur in die Entwurfs- und Konstruktionsabteilungen Einzug gehalten, wo unter Verwendung von spezieller Software (CAD/CAE) wesentliche Arbeitsschritte in den „virtuellen Raum“ verlagert wurden. Sie spielt auch in der Fertigung und vor allem in der Arbeitsorganisation eine bedeutende Rolle, die durch vernetztes Arbeiten einem noch kaum absehbaren Wandel unterworfen ist. Der Schiffbau ist heute eine moderne Montageindustrie im Hochtechnologiesektor mit einer relativ geringen Fertigungstiefe. In Deutschland ist dies im Zuge der De-Industrialisierung mit seinen drastischen Kapazitätsreduktionen und der Konzentration auf hochwertige Schiffe besonders ausgeprägt. Gleichzeitig hat die Globalisierung auch die schiffbauliche Fertigung nachhaltig beeinflusst. Es ist heute nicht mehr ungewöhnlich, dass einzelne Bauteile auf einer Werft in Fernost gefertigt werden, nur um einmal um den Globus verschifft und anschließend in Europa montiert zu werden. Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 wird die Automatisierung und Robotisierung der schiffbaulichen Fertigung weiter zunehmen. Computergestützte Schweiß- und Brennroboter sind in vielen Fällen schon die Regel. Schwere körperliche Arbeit ist dadurch zwar nicht von der Werft verschwunden, wurde jedoch deutlich reduziert.
 

Schiffbau zwischen gestern und heute

Die Schiffbaustrecke wird durch eine Ausstellung zur Geschichte der Arbeit im Schiffbau seit dem 19. Jahrhundert umrahmt. Welche Berufsgruppen waren und sind an der Produktion beteiligt und wie arbeiteten sie zusammen? Wie wirkte sich der Strukturwandel infolge von Industrialisierung und De-Industrialisierung sowie Migration und Globalisierung auf Berufsbilder, Hierarchien und Arbeitsbedingungen auf der Werft aus? Diesen übergeordneten Fragen können die Besucher*innen nachspüren. Im Mittelpunkt stehen Arbeitsprozesse und Arbeitsalltag im Zeichen zunehmender Verwissenschaftlichung, Technisierung und Rationalisierung der Produktion. Angefangen mit dem Übergang vom Holz- zum Eisen- und Motorschiffbau setzte auf den Werften ein Prozess zunehmender Arbeitsteilung und Technisierung ein. Sozusagen als Grundlage für die sozialgeschichtliche Darstellung soll daher die technikhistorische Entwicklung der Produktionssysteme im Schiffbau dargestellt werden. Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit, klassische Ausbildungsformen und Berufe im Schiffbau kennenzulernen.

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