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Warhafftige Historien Einer Wunderbaren Schiffart welche Ulrich Schmidel von Straubing bey Brasilia und Rio della Plata gethan

Erlebt in den Jahren 1534 bis 1554 und nach seiner Rückkehr niedergeschrieben (Originalausgabe herausgegeben von Levinus Hulsius, Nürnberg 1602)

Warhafftige Historien Einer Wunderbaren Schiffart welche Ulrich Schmidel von Straubing bey Brasilia und Rio della Plata gethan
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Wiefelstede: Edition Stiedenrod 2011
Raritäten der Seefahrtsgeschichte aus dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, Band 3

Auf 400 Exemplare limitierte Auflage, in handwerklicher Tradition gefertigt, fortlaufend von Hand nummeriert!


Luxuskassette mit handgefertigtem Faksimile, Transkriptions- und Kommentarband, 42,5 x 26,5 cm
ISBN 978-3-86927-111-8
Vergriffen derzeit nicht bestellbar

Schuber mit handgefertigtem Faksimile, Transkriptions- und Kommentarband, 17,0 x 20,5 cm
ISBN 978-3-86927-112-5
895,00 EUR 345,00 EUR Sonderpreis Kaufen

Handgefertigtes Faksimile (Echt-Kalbspergament-Einband, Einzelband, 130 Seiten, 11 Abbildungen, 2 große Karten von Südamerika), 15,5 x 19,5 cm
ISBN 978-3-86927-113-2
425,00 EUR 195,00 EUR Sonderpreis Kaufen

Transkriptionsband (Halbleder-Einzelband mit Übertragung von Klaus Stiedenrod, 132 Seiten, 11 Abbildungen), 15,5 x 19,5 cm
ISBN 978-3-86927-114-9
145,00 EUR 59,00 EUR Sonderpreis Kaufen

Kommentarband (Halbleder-Einzelband, Erläuterungen von Heinrich Fromm und Handschrift Ulrich Schmidls mit Transkription, 616 Seiten, 263 Abbildungen), 15,5 x 19,5 cm
ISBN 978-3-86927-115-6
365,00 EUR 95,00 EUR Sonderpreis Kaufen

Zum Inhalt
Europa ist im Aufbruch. Spätestens nach Cristobál Colon hat die Welt eine andere Dimension angenommen. Durch dessen »falsche« Navigation wurde eine »Neue Welt« entdeckt, die Königen und deren Abenteurern ein nicht gekanntes Interessenfeld bot. In den folgenden Jahrzehnten machten sich die Karavellen des Königs von Portugal bis zu den Armaden Karls V. auf den Seeweg nach Westen. Man hatte festgestellt, dass es in diesem neuen Kontinent Westindien Gold und Silber im Überfluss gab, was den Kronen von Portugal und Spanien größere Macht und für die Beteiligten reiche Beute versprach.Raritäten der Seefahrtsgeschichte aus dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, Band 3

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Kunde über ganz Europa verbreitet. Im Frühjahr 1534 machte sich deshalb der junge Straubinger Patriziersohn Ulrich Schmidl auf den Weg nach Antwerpen. Von dort fährt er mit dem Schiff nach Cadiz. Vor Ort begibt er sich als begleitender Soldat auf ein Schiff der Nürnberger Kaufleute Welser und Neidhart, das mit anderen für den Weg an den Rio de la Plata vorbereitet wird, um dort die Gegend am Rio Paraná flussaufwärts zu erkunden. Unter Führung von Pedro de Mendoza, dem Vertrauten Karls V., kommen sie nach wochenlanger dramatischer Überfahrt an der Küste Brasiliens in der Nähe des heutigen Rio de Janeiro an.

Ulrich Schmidl beschreibt detailliert seinen Aufenthalt als Landsknecht in diesem Land. Er nennt die Namen der Indiostämme, denen er begegnete, beschreibt die Reisen und ihre Entfernungen. Rivalitäten unter den Hauptleuten kommentiert er zeitweise mit seiner persönlichen Meinung. Und stets steht das Interesse im Vordergrund, Gold und Silber zu finden. Nach zahlreichen Kämpfen mit den Indiostämmen bauen sie eine befestigte Stadt am Rio de la Plata – die erste Nennung der Stadt Buenos Aires.
Nach fast 20 Jahren in diesem unwirtlichen Kontinent erreicht ihn 1553 ein Brief seines Bruders Thomas Schmidl, der ihn ersucht, zurückzukehren und nach ihm das Amt des Bürgermeisters von Straubing anzutreten. Für die damalige Zeit unvorstellbar, dass ihn dieser Brief überhaupt erreichen konnte. Daraufhin lässt sich Ulrich Schmidl von seinem Hauptmann Domingo Martínez de Irala beurlauben und macht sich mit einigen Indios in Kanus und zu Fuß auf den Weg durch den Urwald nach San Vicente, um von dort nach einem Schiffbruch und schweren Unwettern 1554 wieder in Antwerpen anzukommen.

Ulrich Schmidl hat mit seinen Notizen einen frühen authentischen Bericht der Gegebenheiten am Rio de la Plata und am Rio Paraná bis Asunción geliefert. Seine Aufzeichnungen wurden noch zu seinen Lebzeiten für interessierte Kaufleute und Fürsten abgeschrieben. Erhalten sind eine Hamburger, eine Münchner und eine Eichstätter Abschrift. Seine eigenen Notizen pflegt die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart. Verleger wie Feierabend, de Bry und Levinus Hulsius haben seinen Bericht in Buchform herausgegeben und in mehrere Sprachen übersetzt.

Buenos Aires feierte 1986 den 450. Jahrestag der Stadtgründung. Bereits 1968 wurde ihm zu Ehren eine Büste Ulrich Schmidls im Parque Lezama eingeweiht. Bis heute hat sich in Straubing wie in Buenos Aires das Interesse an diesem außergewöhnlichen Geschichtsschreiber erhalten.

Der hier vorgelegten Faksimile-Ausgabe liegt die zweite Auflage der »Wunderbaren Reise nach Brasilien und Rio de la Plata« von Levinus Hulsius aus dem Jahr 1602 zugrunde (der Originalband befindet sich im Deutschen Schiffahrtsmuseum). Die Ausgabe ist mit allen Originalillustrationen versehen. Der umfangreiche Kommentarband ist u.a. mit Auszügen aus den Hamburger, Münchner und Eichstätter Handschriften illustriert und beinhaltet im Anhang die Original-Handschrift Ulrich Schmidls nebst Transkription.