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Kogge-Tag im DSM
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International besetzter Workshop zur globalen Arbeitergeschichte des Schiffbaus
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18. August 2017

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Workshop der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz am 18. August im DSM
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PDF: Programmflyer Sommer 2017 (4,5 MB)

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Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis

1.     Vorwort

1.     Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens ist die Ehrlichkeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegenüber sich selbst und anderen. Sie ist ethische Norm und Grundlage der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Geltung und Anwendung dieser Regeln in der Praxis zu sichern, ist eine Kernaufgabe der Wissenschaft.

2.     Das Deutsche Schiffahrtsmuseum ist sich seiner Verantwortung bewusst, allen Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern, insbesondere in Qualifizierungsphasen, die Normen und Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zu vermitteln und sie in dieser Hinsicht zu sensibilisieren.

3.     Die folgenden Ausführungen verstehen sich als institutsspezifische Präzisierung und Ergänzung der entsprechenden Empfehlungen der Leibniz-Gemeinschaft zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, zuletzt überarbeitet im November 2015. Das Deutsche Schiffahrts­museum übernimmt grundsätzlich sämtliche hierin durch die Leibniz-Gemeinschaft formulierten Empfehlungen und leistet ihnen Folge.

4.    Den Gesamtrahmen für die nachfolgenden Regeln und Maßnahmen setzt das Memoran­dum »Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis« der Deutschen Forschungsgemeinschaft in der jeweils aktuellen Auflage.

2.    Regeln guter wissenschaftlicher Praxis

1.     Zu den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis zählen insbesondere:
a.     -  lege artis zu arbeiten,
-   alle Schritte und Resultate eines Experiments oder einer Studie vollständig zu dokumentieren sowie die Protokolle und Primärdaten sicher und nach Möglich­keit nachhaltig aufzubewahren,
-   die Validität und Reproduzierbarkeit aller Ergebnisse von Experimenten und andere Forschungsdesigns kritisch und konsequent zu überprüfen,
-   eine strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Mitwirkenden sowie gegenüber Drittmittelgebern zu wahren,
-   in allen Publikationen und Ausstellungen die geistige Urheberschaft anderer zu achten und alle Zitate und Übernahmen ordnungsgemäß bzw. formatgerecht auszuweisen,
b.       die angemessene Betreuung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Erstellung und akademischen Bewertung von Qualifizierungsarbeiten,
c.       die verantwortungsvolle Zusammenarbeit und die verantwortliche Wahr­nehmung der Leitungsaufgaben in Arbeitsgruppen einschließlich einer angemessenen Betreuung ihrer Mitglieder,
d.       die Verantwortung der Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Veröffent­lichungen für deren Inhalt einschließlich der Darstellung der Ergebnisse und ihrer Diskussion,
e.       der Originalität und Qualität als Leistungs- und Bewertungskriterien für Beför­derungen, Einstellungen, Berufungen und Mittelzuweisungen stets Vorrang vor dem Kriterium der Quantität zu geben.

2.     Wissenschaftliche Veröffentlichungen sollen wissenschaftliche Ergebnisse und deren Zustandekommen vollständig und nachvollziehbar beschreiben. Bereits  früher veröffent­lichte Ergebnisse und Texte können nur in klar ausgewiesener Form Bestandteil späterer Publikationen sein (Doppelpublikation), wenn sie für das Verständnis des Kontextes der Publikation notwendig sind.

3.     Als Autorin bzw. Autor einer wissenschaftlichen Originalveröffentlichung sollen nur diejenigen firmieren, die zur Konzeption der Studien oder Experimente, zur Erarbeitung, Analyse und Interpretation der Daten und zur Formulierung des Manuskripts selbst wesentlich beigetragen und seiner Veröffentlichung zugestimmt haben, d. h. sie ver­antwortlich mittragen. Eine sogenannte Ehrenautorschaft ist ausgeschlossen. Diese Regelungen sollten, beispielsweise bei großen Verbundforschungsvorhaben, Gegenstand einer Kooperationsvereinbarung sein.

4.    Primärdaten müssen mindestens für zehn Jahre zugänglich aufbewahrt bleiben. Daten, für die es zentrale, öffentliche Repositorien gibt, sollten diesen verfügbar gemacht werden.

 

3.    Wissenschaftliches Fehlverhalten

Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt vor, wenn in einem wissenschaftserheblichen Zusam­menhang vorsätzlich oder grob fahrlässig Falschangaben gemacht werden, Rechte des geistigen Eigentums verletzt werden oder die Forschungstätigkeit anderer beeinträchtigt wird.

Neben Verletzungen der wissenschaftlichen Ethik, insbesondere durch menschenverachtende oder durch täuschende Vorgehensweise, gehören zu wissenschaftlichem Fehlverhalten vor allem:

1.    Falschangaben – insbesondere:
a.    das Erfinden von Daten,
b.    das Verfälschen von Daten (zum Beispiel durch Auswählen erwünschter oder Zurückweisen unerwünschter Ergebnisse oder Auswertungsverfahren, ohne dies offen zu legen, oder durch Manipulation einer Darstellung oder Abbildung),
c.    unrichtige Angaben in Publikationslisten oder einem Förderantrag (einschließ­lich Falschangaben zum Publikationsorgan und zu in Druck befindlichen Ver­öffentlichungen),
d.    Mehrfachpublikation von Daten oder Texten, ohne dies offen zu legen.

2.    Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums – insbesondere:
a.    in Bezug auf ein von anderen geschaffenes, rechtlich geschütztes Werk oder von anderen stammende, wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse, Hypo­thesen, Lehren oder Forschungsansätze;
-    die unbefugte Übernahme oder sonstige Verwendung von Passagen ohne angemessenen Nachweis der Urheberschaft (Plagiat),
-    die Ausbeutung von Forschungsansätzen und Ideen ohne Einwilligung, insbesondere als Gutachterin bzw. Gutachter,
-    die Anmaßung oder unbegründete Annahme wissenschaftlicher Autoren- oder Mitautorenschaft ebenso wie die Verweigerung einer berechtigten Ko-Autorenschaft,
-    die Verfälschung des Inhalts oder
-    die unbefugte Veröffentlichung und das unbefugte Zugänglichmachen gegenüber Dritten, solange das Werk, die Erkenntnis, die Hypothese, die Lehre oder der Forschungsansatz noch nicht rechtmäßig veröffentlicht ist;
b.    die Inanspruchnahme der (Mit)Autorenschaft einer anderen Person ohne deren Einverständnis.

3.    Beeinträchtigung von Forschungstätigkeiten anderer (einschließlich des Beschädigens, Zerstörens oder Manipulierens von Versuchsanordnungen, Geräten, Unterlagen, Hardware, Software, Chemikalien oder sonstiger Sachen, die andere zur Durchführung eines Experiments benötigen).

4.    Die Beseitigung von Primärdaten, wenn damit gegen gesetzliche Bestimmungen oder anerkannte Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit verstoßen wird. Dies gilt auch für die rechtswidrige Nichtbeseitigung (insbesondere personenbezogener) Daten.

Eine Mitverantwortung für Fehlverhalten kann sich unter anderem aus der Beteiligung am Fehlverhalten anderer, grober Vernachlässigung der Aufsichtspflicht oder der Mitautoren­schaft an fälschungsbehafteten Veröffentlichungen ergeben.

 

4.    Ombudspersonen

1. Die Ombudsperson im Deutschen Schiffahrtsmuseum

1.    Die Ombudsperson darf nicht Mitglied der Institutsleitung und soll unbefristet am Haus beschäftigt sein. Die Dauer der Amtszeit beträgt drei Jahre. Für denselben Zeitraum wird eine stellvertretende Ombudsperson gewählt. Die Institutsleitung ist verantwortlich für die Durchführung der geheimen Wahl. Eine Wiederwahl ist zulässig.

2.    Die Ombudsperson des Deutschen Schiffahrtsmuseums wird tätig, wenn sie durch eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler angerufen wird. Sie kann in begründeten Fällen tätig werden, wenn sie durch Dritte über einen Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens informiert wird. Die Kontaktaufnahme unterliegt der Vertraulichkeit.

3.    Die Ombudsperson führt eine Vorprüfung durch. Bei Einleitung eines Verfahrens unterrichtet sie die betroffenen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler und versucht, mit Mitteln der Mediation eine Lösung herbeizuführen. Sie kann, wenn es erforderlich scheint, einen Untersuchungsausschuss einberufen. Dieser besteht aus der oder dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirates, der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Schiffahrtsmuseums oder einer Wissenschaftlerin bzw. einem Wissenschaftler ohne direkten Arbeitsbezug zu den vom Verfahren betroffenen Personen.

4.    Entscheidet die Ombudsperson im Deutschen Schiffahrtsmuseum im Verlauf eines Verfahrens, dass eine weitere Prüfung der Vorwürfe notwendig ist, wird der Vorgang an die Ombudsperson der Leibniz-Gemeinschaft oder – im Fall von DFG-geförderten Projekten – an den Ombudsman für die Wissenschaft (ehedem »Ombudsman der DFG«) weitergeleitet.

 

2. Die zentrale Ombudsperson der Leibniz-Gemeinschaft

1.    Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft wählt auf Vorschlag des Präsidiums eine Ombuds­person für die Leibniz-Gemeinschaft und eine Stellvertreterin bzw. einen Stellvertreter. Die Ombudsperson und ihre Stellvertreterin bzw. ihr Stellvertreter werden in der Regel für drei Jahre gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist zulässig.

2.    Die zentrale Ombudsperson der Leibniz-Gemeinschaft wird tätig, wenn sie durch eine dezentrale Ombudsperson angerufen wird. Sie kann in begründeten Fällen tätig werden, wenn sie durch Dritte über einen Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens informiert wird, soweit der Verdacht im Zusammenhang mit der Tätigkeit an einer Mitgliedsein­richtung der Leibniz-Gemeinschaft steht.

3.    Die zentrale Ombudsperson prüft Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens gegenüber Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Mitgliedseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.

5. Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens durch die zentrale Ombudsperson

1.    Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens sind in der Regel schriftlich an die zentrale Ombudsperson der Leibniz-Gemeinschaft zu richten.

2.    Die Überprüfung anonymer Anzeigen ist durch die Ombudsperson abzuwägen. Grund­sätzlich gebietet eine zweckmäßige Untersuchung die Namensnennung der Hinweis­geberin oder des Hinweisgebers.

3.    Der Name einer Hinweisgeberin bzw. eines Hinweisgebers ist vertraulich zu behandeln. Eine Offenlegung des Namens gegenüber der beschuldigten Person kann im Einzelfall dann geboten sein, wenn sich diese andernfalls nicht sachgerecht verteidigen kann. Eine Offenlegung des Namens einer Hinweisgeberin bzw. eines Hinweisgebers soll jedoch ausschließlich dann erfolgen, wenn der Hinweisgeberin bzw. dem Hinweisgeber daraus keine Nachteile für das eigene wissenschaftliche und berufliche Fortkommen erwachsen.

4.    Die Ombudsperson bestätigt innerhalb einer Woche ab Eingang der Anzeige gegenüber der Hinweisgeberin bzw. dem Hinweisgeber deren Erhalt.

5.    Die Ombudsperson berichtet dem Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft, der zuständigen Sektionssprecherin bzw. dem zuständigen Sektionssprecher und der Leitung der be­troffenen Einrichtung über ihr Tätigwerden. Alle personenbezogenen Informationen werden dabei anonymisiert.

6.    Die zentrale Ombudsperson führt eine Vorprüfung durch. Zur  Durchführung dieser Vorprüfung soll sie mindestens die Beschuldigte bzw. den Beschuldigten ggf. auch die Hinweisgeberin bzw. den Hinweisgeber hören.

7.    Die zentrale Ombudsperson kann weitere Personen hören und externe Gutachten in Auftrag geben.

8.    Als Ergebnis der Vorprüfung entscheidet die zentrale Ombudsperson über die Einstellung des Verfahrens oder die Notwendigkeit, einen Untersuchungsausschuss (vgl 6.) einzusetzen.

9.    Die zentrale Ombudsperson informiert die Hinweisgeberin bzw. den Hinweisgeber schriftlich über das Ergebnis der Vorprüfung.

10.    Die zentrale Ombudsperson informiert das Präsidium schriftlich über das Ergebnis der Vorprüfung und dessen Begründung.

11.    Bei einer Einstellung des Verfahrens durch die zentrale Ombudsperson befasst sich das Präsidium spätestens in seiner nächsten Sitzung (nach Eingang der Information) mit der Entscheidung und ihren Gründen. Falls das Präsidium mit der Entscheidung zur Einstellung des Verfahrens nicht einverstanden ist, kann es die Einsetzung eines Untersuchungs­ausschusses (vgl. 6) beschließen.

6. Untersuchungsausschuss zur Überprüfung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens

1.    Die zentrale Ombudsperson setzt nach eigenem Ermessen oder auf Beschluss des Präsidiums einen Untersuchungsausschuss zur Überprüfung der Vorwürfe wissen­schaftlichen Fehlverhaltens ein. Sie wählt dessen Mitglieder aus und lädt sie zur Mitarbeit ein.

2.    Dem Untersuchungsausschuss gehören mindestens drei Mitglieder an. Darunter die Vorsitzende oder der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der betroffenen Mit­gliedseinrichtung und/oder die zuständige Sektionssprecherin bzw. der zuständige Sektionssprecher. Außerdem ein weiteres Mitglied, das über die fachliche Befähigung zum umfänglichen Verständnis der wissenschaftlichen Sachverhalte des Vorgangs  verfügt  und nicht Mitarbeiterin oder Mitarbeiter der betroffenen Mitgliedseinrichtung ist. Zudem sollte eine Volljuristin bzw. ein Volljurist in den Untersuchungsausschuss berufen werden. Der Untersuchungsausschuss bestimmt aus seinen Reihen eine Vorsitzende bzw. einen Vorsitzenden.

3.    Die zentrale Ombudsperson ist Mitglied ohne Stimmrecht eines Untersuchungsaus­schusses.

4.    Alle stimmberechtigten Mitglieder des Untersuchungsausschusses haben gleiches Stimmrecht. Es gelten die Befangenheitsregeln des Leibniz-Wettbewerbs.

5.    Der Untersuchungsausschuss berät in nicht-öffentlicher und mündlicher Verhandlung. Er einigt sich in seiner ersten Sitzung auf Regeln zum Verfahren.

6.    Die Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft unterstützt die Arbeit des Untersuchungs­ausschusses organisatorisch.

7.    Einem Untersuchungsausschuss sind alle durch diesen erbetenen Daten und Dokumente durch die Mitgliedseinrichtungen und die Geschäftsstelle zugänglich zu machen.

8.    Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses und die eingebundenen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie alle am Verfahren beteiligten oder über das Verfahren unterrichteten Personen sind zur Vertraulichkeit verpflichtet.

9.    Der Untersuchungsausschuss prüft nach pflichtgemäßem Ermessen, ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt. Er hört die beschuldigte Person sowie die Hinweisgeberin bzw. den Hinweisgeber an und ermittelt den Kontext des beanstandeten Verhaltens. Der Unter­suchungsausschuss kann weitere Personen befragen und Gutachterinnen bzw. Gutachter beauftragen sowie beratend hinzuziehen.

10.    In der Regel soll die Überprüfung durch den Untersuchungsausschuss in einem Zeitraum von höchstens sechs Monaten ab der konstituierenden Sitzung des Untersuchungs­ausschusses abgeschlossen sein.

11.    Der Untersuchungsausschuss kann eine Einstellung des Verfahrens beschließen.

12.    Der Untersuchungsausschuss verfasst einen Bericht, der entweder die Einstellung des Verfahrens begründet oder das Vorliegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens feststellt.

13.    Kommt der Untersuchungsausschuss zu dem Schluss, dass wissenschaftliches Fehl­verhalten vorliegt, d. h. hält der Untersuchungsausschuss mehrheitlich das wissen­schaftliche Fehlverhalten für hinreichend erwiesen, soll der Bericht insbesondere:
-    feststellen, ob ein solches Verhalten grob fahrlässig oder vorsätzlich erfolgt ist und,
-    die Schwere eines solchen wissenschaftlichen Fehlverhaltens einschätzen.

14.    Im Bericht wird zudem festgehalten, welches weitere Vorgehen der Untersuchungs­ausschuss empfiehlt (Befassung weiterer Institutionen und Organe, die Einleitung von entsprechenden Maßnahmen etc.).

15. Der Bericht wird dem Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft vorgelegt. Das Präsidium befasst sich in seiner nächsten Sitzung (nach Eingang) mit dem Bericht und entscheidet ggf. über weitere Maßnahmen (vgl. 7).

7.    Abschluss des Verfahrens

1.    Das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft entscheidet auf der Grundlage des Berichts des Untersuchungsausschusses zum Vorliegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens über die erforderlichen Maßnahmen oder die Einstellung des Verfahrens. Das Präsidium kann gegen die Betroffene bzw. den Betroffenen folgende Maßnahmen beschließen:
-    schriftliche Rüge,
-    Ausschluss vom Leibniz-internen Wettbewerb um Forschungsgelder für ein bis fünf Jahre (je nach Schweregrad des wissenschaftlichen Fehlverhaltens),
-    Aufforderung, (eine) inkriminierte Veröffentlichung(en) ganz oder in Teilen zurück­zuziehen und falsche Daten zu berichtigen (insbesondere durch die Veröffentlichung eines Erratums),
-    Aberkennung des passiven Wahlrechts für Gremien der Leibniz-Gemeinschaft für ein bis fünf Jahre (je nach Schweregrad des wissenschaftlichen Fehlverhaltens).

2.    Stellt das Präsidium auf Grundlage des Berichtes des Untersuchungsausschusses fest, dass das wissenschaftliche Fehlverhalten den Entzug akademischer Grade zur Folge haben kann, leitet es den Vorgang an die verleihende Hochschule weiter.

3.    Der vom Untersuchungsausschuss vorgelegte Bericht sowie die vom Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft getroffenen Entscheidungen sind für das Verfahren innerhalb der Leibniz- Gemeinschaft jeweils abschließend.

4.    Für die Einleitung etwaiger disziplinarischer, arbeits-, zivil- oder strafrechtlicher Kon­sequenzen ist die Leitung der Mitgliedseinrichtung zuständig.

5.    Die wesentlichen Gründe, die zur Einstellung des Verfahrens oder zur Entscheidung des Präsidiums über umzusetzende Maßnahmen geführt haben, sind der Betroffenen bzw. dem Betroffenen sowie etwaigen Hinweisgeberinnen bzw. Hinweisgebern durch die zentrale Ombudsperson mitzuteilen.

6.    Das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft entscheidet über die Veröffentlichung seiner Beschlüsse und die Berichte des Untersuchungsausschusses einzelfallabhängig unter Berücksichtigung des Vorliegens eines berechtigten öffentlichen Interesses.