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Tod am Juba

Die Dampfer-Expedition des Barons von der Decken ins Land der Somali (1865)

Tod am Juba
Volker Matthies (Hrsg.)
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Wiefelstede: Externer Link: Oceanum Verlag
Deutsches Schiffahrtsarchiv 35, 2012; Beiheft

1. Auflage 2014, 111 Seiten, 20 Abbildungen, 16,5 x 24 cm, Hardcover, gebunden, 390 g
With an English Summary.

ISSN 1868-9434ISBN 978-3-86927-135-4
14,90 EUR Kaufen
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Zum Inhalt

Der vermögende Baron, ehemalige hannoversche Offizier und Afrika-Reisende Carl Claus von der Decken (1833–1865) widmete sich intensiv der Erforschung Ostafrikas, zunächst vor allem der Erkundung des »Schneebergs« Kilimandscharo. Dafür erfuhr er eine Ehrung durch die Londoner Geographische Gesellschaft. 

Seit 1863 bereitete Baron von der Decken eine Dampfer-Expedition zur Erforschung des Juba-Flusses im südlichen Somaliland vor. Die beiden Flussdampfer für diese Erkundungsfahrt ließ er auf Hamburger Werften speziell konstruieren, in Komponenten nach Sansibar verschiffen und dort zusammenbauen. Der große Dampfer trug (zu Ehren des Hannoveraner Herrschaftshauses) den Namen WELF, der kleine den Namen PASSEPARTOUT. Doch nahm das Ende Juli 1865 mit deutschen und österreichischen Begleitern sowie einer farbigen Schiffsmannschaft begonnene Unternehmen einen unglücklichen Verlauf. Der kleine Dampfer ging bereits in der Juba-Mündung verloren. Der große Dampfer konnte zwar seine Fahrt auf dem unbekannten Fluss fortsetzen, hatte jedoch immer wieder mit Hindernissen und Verzögerungen zu kämpfen. Auch das Misstrauen der Bewohner des Landes sowie fortwährende Schwierigkeiten bei der Auffrischung des Proviants behinderten das Fortkommen der Expedition. Dennoch erreichte der WELF, den Fluss aufwärts fahrend, am 15. September die Stadt Bardera. Dann jedoch erlitt der Dampfer bei den Stromschnellen oberhalb der Stadt Schiffbruch. Nach der Errichtung eines Lagers an Land wurde dieses von Somali überfallen, wobei einige Mitglieder der Expedition getötet wurden. Auch der Baron selbst fand in Bardera den Tod. Andere Mitglieder der Expedition konnten sich retten und die Nachricht von deren unglücklichem Ende nach Sansibar und nach Europa bringen. Immerhin hatte die Expedition den Nachweis der Schiffbarkeit des Juba erbracht. Auch gilt der Bericht als eine wichtige ethnologische Quelle für die Kenntnis des südlichen Somalilands.

Insgesamt handelt es sich bei der Dampfer-Expedition des Barons von der Decken um eine spannende Episode der Erforschung Ostafrikas von See her sowie um einen (allerdings weithin gescheiterten) Versuch, über einen afrikanischen Fluss in das Landesinnere vorzudringen.


Über den/die Autor/In

Dr. Volker Matthies, Professor im Ruhestand, studierte Politikwissenschaft sowie Mittlere und Neuere Geschichte in Hamburg und spezialisierte sich auf die Friedens- und Konfliktforschung sowie auf die Region Afrika südlich der Sahara (besonders: Horn von Afrika). Zahlreiche Fachpublikationen sowie Herausgabe historischer Reiseberichte.