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Die letzten Flying P-Liner Neu

PAMIR, PASSAT, ihre Schwestern und Halbschwestern der Baujahre 1902 bis 1926

Die letzten Flying P-Liner
Andreas Gondesen
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Wiefelstede: Externer Link: Oceanum Verlag
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 69

2. durchgesehene Auflage 2014, 270 Seiten, 251 Abbildungen, davon 40 in Farbe, 21 x 27 cm, gebunden, mit farbigem Schutzumschlag und beigelegtem Plansatz der Viermastbark PAMIR im Maßstab 1:100, 1370 g
ISSN 0343-3625ISBN 978-3-86927-069-2
34,90 EUR Kaufen
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Zum Inhalt

Der technische Fortschritt im Schiffbau mit der Entwicklung von überseetauglichen Dampfschiffen bedeutete in den 1870er Jahren eine Wende für die Frachtsegelschifffahrt. Die meisten Reeder begannen in dieser Zeit, sich von ihren Seglern zu trennen. Englische Reeder verkauften ihre Schiffe nach Deutschland, wo man an den Niedergang der Segelschifffahrt noch nicht glauben wollte. Noch nach 1900 gaben hier und in Frankreich einige wenige Reeder weiterhin neue Frachtsegler in Auftrag, die größer waren als je zuvor. Mit diesen nach neuen Konzepten gebauten Hightech-Seglern gelang es einigen von ihnen noch bis in die 1920er Jahre, der Konkurrenz der Dampfschiffe Stand zu halten.

Als höchste Perfektion und Vollendung im Segelschiffbau gilt der Bau des Fünfmastvollschiffs PREUSSEN, erbaut 1902 auf der Werft von Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde. Dieses Flaggschiff der Hamburger Reederei F. Laeisz sollte mit der PAMIR 1905 einen Nachfolger bekommen. Aber Laeisz entschied sich kurzfristig, sie als Viermastbark bauen zu lassen, denn für die Salpeterfahrt nach Chile hatte sich dieser Segelschiffstyp als optimales Arbeitsschiff erwiesen. Mit diesem Schiffstyp konnte die deutsche Segelschiffsreederei Laeisz noch nach dem Ersten Weltkrieg mit Massengut, vor allem Salpeter und Getreide, Gewinne einfahren. Durch viele neue Entwicklungen, wie z.B. die Jarvis-Brasswinde, eigenes Ladegeschirr sowie Laufbrücken auf den Schiffen, konnten die Viermastbarken mit minimaler Besatzung betrieben und in kürzester Zeit be- und entladen werden. Reisen mit modernen Viermastbarken waren trotz der großen Konkurrenz durch Dampf- und Motorschiffe noch bis 1939 einträglich.

Die letzten acht für F. Laeisz gebauten Viermastbarken, ihre Bauausführung, ihre Einrichtungen und ihre Reisen sind Thema dieses Buches. Drei der angesprochenen Schiffe existieren noch heute. Während die PASSAT und die PEKING in Lübeck-Travemünde und in New York als Museumsschiffe betrieben werden, ist die PADUA als russisches Ausbildungsschiff KRUZENSHTERN noch heute hochseetüchtig. Weitere legendäre Viermastbarken sind die PRIWALL, berühmt für ihre Kap-Hoorn-Umrundung 1938 in einer Rekordzeit von 5 Tagen und 14 Stunden, und die 1905 gebaute PAMIR, die durch ihren Untergang als Schulschiff mit 80 Mann Besatzung 1957 traurige Berühmtheit erlangte. Die POLA als baugleiche Schwester der PRIWALL hingegen konnte niemals für ihre deutsche Reederei zum Einsatz kommen. Zu den modernen acht Seglern der Reederei zählten auch PANGANI und PETSCHILI.

Der Autor, Andreas Gondesen, der sich seit vielen Jahren mit den großen Frachtsegelschiffen des 20. Jahrhunderts und ihren Seeleuten beschäftigt hat und selbst Modellbauer ist, stellt die Schiffe vor und vergleicht sie miteinander. Vor dem Hintergrund der wesentlichen handelsgeschichtlichen Zusammenhänge, der Geschichte der Reederei Laeisz, der Salpeterfahrt zur Westküste Südamerikas und der Australienfahrt, die mit diesen Segelschiffen betrieben wurden, beschreibt er anhand von Zeichnungen und Fotografien die einzelnen Frachtsegler und schildert besondere Ereignisse auf ihren Reisen, die er lückenlos mit den jeweiligen Ladungen und Zwischenhäfen auflistet.

Neben zahlreichen erstmals publizierten Schiffszeichnungen von Blohm & Voss, Umbauplänen der Howaldtswerke Kiel und restaurierten Originalplänen der Werft Joh. C. Tecklenborg werden zahlreiche historische Fotos präsentiert, die Gondesen in den vergangenen zehn Jahren in aller Welt zusammengetragen hat. Viele stammen aus privaten Sammlungen und wurden bisher noch nie publiziert.

Der Band bietet damit vielfältige Anregungen für Historiker und Seefahrtsinteressierte. Er gibt mit einem Generalplan der Viermastbark PAMIR im Maßstab 1 : 100 und diversen Zeichnungen baulicher Details und Ausrüstung nicht nur neue Einsichten in die technische Entwicklung der Großsegler im 20. Jahrhundert, sondern liefert auch Modellbauern eine Fülle von Anregungen. Mit seiner reichhaltigen Illustration mit Fotos zum Leben und Arbeiten an Bord stellt der Band zudem eine eindrucksvolle Bereicherung für jeden dar, der an großen Segelschiffen Freude hat.


Über den/die Autor/In

Andreas Gondesen beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit den großen Frachtsegelschiffen des 20. Jahrhunderts. Modellbauer kennen ihn als Hersteller von Takelgarnen und Erbauer eines segeltüchtigen Fahrmodells der Viermastbark PAMIR.