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Schiffbaumeister Matthew Turner

Zur Geschichte der produktivsten Segelschiffswerft an der amerikanischen Westküste und der auf ihr gebauten deutschen Südseeschoner

Schiffbaumeister Matthew Turner
Herbert Karting
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Wiefelstede: Externer Link: Oceanum Verlag
Deutsches Schiffahrtsarchiv 32, 2009; Beiheft

1. Auflage 2010, 124 Seiten, 56 Abbildungen, 16,5 x 24 cm, Hardcover, gebunden, 410 g
ISSN 1868-9434ISBN 978-3-86927-132-3
14,90 EUR Kaufen
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Zum Inhalt

Matthew Turner, geboren 1825 in Geneva, Ohio, kam 1850 auf dem Höhepunkt des Goldrausches nach San Francisco. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Goldsucher zog es ihn als Kapitän und Eigner von Segelschiffen zur See. In dieser Eigenschaft war Turner immer unzufrieden mit den Segeleigenschaften seiner Schiffe. So entwarf er 1868 schließlich selbst ein Modell einer Brigg und ließ das Schiff nach den eigenen Plänen in der Humboldt Bay bauen. Die neue Schonerbrigg NAUTILUS erwies sich als vorzüglicher Segler, schnell und mit großer Ladekapazität. Für ihre erste Reise von Tahiti nach San Francisco benötigte sie gerade einmal zwanzig Tage und stellte damit eine neue Bestmarke für Segelschiffe auf.

In Turners Auftrag und unter seiner Aufsicht entstanden in Eureka an der Humboldt Bay in der Folgezeit weitere auf seinem Entwurf basierende Schoner, bevor Turner 1875 in San Francisco das Schiffbaugeschäft in eigener Regie aufnahm. Hier setzte er alsbald weitere Ideen und Neuerungen um. So bevorzugte er vom Kiel bis zum Flaggenknopf aus einem Stück gefertigte Unter- und Toppmasten. Auch das Bermudasegel, ein großes Dreieckssegel ohne Gaffel, wurde von Turner an der Westküste der Vereinigten Staaten eingeführt. Innerhalb von nur acht Jahren fertigte »Turner's Shipyard« in San Francisco mehr als 70 Neubauten: Zwei- und Dreimastschoner, Schonerbriggs und -barken, Lotsenschoner, Schleppdampfer und Yachten. Seine Schiffe standen in dem Ruf, ausgezeichnete und außergewöhnlich schnelle Fahrzeuge zu sein, und tatsächlich hielten viele von ihnen herausragende Segelrekorde.

1883 wurde die Werft in die Bucht von Benicia verlegt, wo in den folgenden zwanzig Jahren weitere 160 Neubauten die Helgen verließen, darunter nach der Jahrhundertwende mehrere Viermaster von über 1000 Tonnen für Turners eigene Reederei. Von der Eröffnung des Werftbetriebs 1875 bis zum letzten Stapellauf 1904 waren im Namen von Kapitän Matthew Turner mehr als 230 hölzerne Schiffe gebaut worden, eine Zahl, die bis heute von keinem anderen amerikanischen Schiffbauer übertroffen wurde.

Viele der von Turner gebauten kleinen Schoner wurden an deutsche Interessenten verkauft oder waren von deutschen Handelshäusern bestellt worden, vor allem von Joh. César Godeffroy & Sohn, der Société commerciale de l'Océanie und der Jaluit-Gesellschaft. Neben einer Gesamtübersicht der Turner'schen Schiffsbauten werden die abwechslungsreichen Geschichten und die Schicksale aller dieser 26 von Matthew Turner gebauten Südseeschoner unter deutscher Flagge vorgestellt.

With an English Summary · Avec un résumé en français