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Riskanter segeln

Innovative Sicherheitssysteme im 19. Jahrhundert und ihre unbeabsichtigten Folgen am Beispiel der nordwestdeutschen Segelschifffahrt

Riskanter segeln
Stephan Cramer
Bremen: Verlag H.M. Hauschild
Deutsche Maritime Studien/German Maritime Studies, Band 3

1. Auflage 2007, 175 Seiten, 30 Abbildungen, 17 x 22 cm, Hardcover, gebunden, 450 g
ISSN 1860-9899ISBN 978-3-89757-355-0
24,00 EUR Kaufen
Restbestand des DSM (verlagsseitig vergriffen).
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Zum Inhalt

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die vorhandenen Schifffahrtshilfen im küstennahen Seeraum zu komplexen Sicherheitssystemen ausgebaut. Das betraf sowohl die Einrichtung eines Leuchtfeuersystems als auch die Kennzeichnung von Fahrwassern des Küstenreviers mit Betonnungen. Zugleich wurden Wetterdienste eingerichtet, welche die Schifffahrt mit Informationen über Sturm- oder Starkwindwetterlagen versorgten, und es wurden Routenberatungen entwickelt, um durch optimale Kursplanung unter Ausnutzung großräumiger Wind- und Strömungsverhältnisse den Schiffsführern zu ermöglichen, die Zeit auf See für Schiff und Ladung teilweise erheblich zu verkürzen.

In Band 3 der »Deutschen Maritimen Studien« rekonstruiert der Techniksoziologe Stephan Cramer insbesondere die Einrichtung der Systeme für die Befeuerung, die Betonnung sowie die Entwicklung von Regeln zur Kollisionsverhütung und stellt detailliert dar, wie mit Hilfe und innerhalb komplexer Systeme die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, die Handelsschifffahrt unter Segeln nicht nur schneller, sondern auch sicherer zu machen.

Die Arbeit Cramers zeigt allerdings auf, dass bei diesen Novationen nicht ausschließlich von der Fortschrittslogik einer verbesserten Sicherheit auf See gesprochen werden kann, dieser Modernisierungsprozess vielmehr zugleich neue, systembedingte Gefährdungslagen entstehen ließ – eine Paradoxie mit nachhaltigen Folgen, da mit dem Streben nach mehr Sicherheit eine Entwicklung einherging, die sich noch heute auf die hochgradig integrierte und automatisierte Schifffahrt auswirkt.


Über den/die Autor/In

Stephan Cramer, Jahrgang 1966, studierte Geschichte und Soziologie in Bremen. 1997-2000 DFG-Stipendiat in Bielefeld. 2002 Promotion. Seit 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Techniksoziologie, Universität Dortmund. Lebt in Rotenburg/Wümme.