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Hafenleben in Mittelalter und Früher Neuzeit

Seehandel und Arbeitsregelungen in Hamburg und Kopenhagen vom 13. bis zum 17. Jahrhundert

Hafenleben in Mittelalter und Früher Neuzeit
Christina Deggim
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Hamburg: Convent Verlag
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 62

1. Auflage 2005, 383 Seiten, 32 Seiten Bildteil, 21 x 27 cm, gebunden, mit farbigem Schutzumschlag, 1200 g
ISSN 0343-3625ISBN 978-3-934613-76-8
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Zum Inhalt

Die Abwicklung des Schiffsverkehrs war für die Städte in Mittelalter und Früher Neuzeit mit einem gewaltigen Verwaltungsaufwand verbunden: Sie mußten den Hafenverkehr und die Arbeit der Menschen in den Häfen regeln, Machtansprüche der Regierungen und die Anliegen der Kaufleute und Geschäftstreibenden berücksichtigen, den Handel schützen, Zölle erheben, unliebsame Schiffer, Händler und Fremde aus den Städten fernhalten. Sie mußten dafür sorgen, daß der Schiffsverkehr fließen konnte und weder durch »wildes« Anlegen noch durch den Ballast der Schiffe oder den Müll der Anwohner behindert wurde und dergleichen mehr.

Am Beispiel der mittelalterlichen Handelsmetropolen Hamburg und Kopenhagen zeigt die Autorin, wie diese Hafenstädte ihre Aufgaben bewältigten. Dabei geht sie der Frage nach, ob die beiden Häfen, die vom 13. bis zum 17. Jahrhundert einen relativ homogenen Handelsraum bildeten und ein ähnliches Seerecht hatten, auch ein vergleichbares Hafensystem besaßen. Wie eng arbeiteten die Städte zusammen? Konnten sich Kaufleute und Schiffer in beiden Häfen ohne Schwierigkeiten zurecht finden? Wie wurde die Stadtgemeinschaft in die jeweiligen Hafenbetriebe eingebunden? Welche Rolle spielte die politische Ausrichtung der Städte – Kopenhagen als dänische Hauptstadt, Hamburg als freie Reichsstadt in Norddeutschland? Welche Bedeutung hatten die topografischen Unterschiede eines Fluß- und Küstenhafens, gelegen an der Nord- und Ostsee?

Auf der Grundlage von dänischen, deutschen und zum Teil lateinischen Quellen aus Kopenhagener und Hamburger Archiven, die in der deutschen Forschung zur Seeschiffahrt im Mittelalter bisher nur peripher oder noch gar nicht ausgewertet wurden, dokumentiert die Autorin im vorliegenden Band akribisch die Verhältnisse in beiden Häfen. Ihre Darstellung fördert vielfältige neue Erkenntnisse, insbesondere zur Abwicklung des Güterverkehrs zutage und erschließt damit in vielerlei Hinsicht eine ganz neue Sicht auf die mittelalterliche Organisation des Schiffsverkehrs. So war beispielsweise der Ausbau der Hafenanlagen wesentlich besser entwickelt als bisher angenommen, auch Hilfsmittel wie Winden und Kräne zur Erleichterung des Löschens und Ladens waren in den großen Hafenmetropolen eher Regel als Ausnahme. Darüber hinaus vermittelt die Autorin eine Fülle von Details zur Verrichtung der Arbeiten im Hafen, vom Lotsen eines Schiffes bei seiner Ankunft über das Passieren der Kontrollstellen und dem Transport der Güter in die Städte bis hin zum Löschen, Wiegen und Verpacken der angelandeten Waren. Dabei werden auch alle Berufe, die im Mittelalter für die Organisation des Hafenverkehrs eine Rolle spielten, mit ihren sehr genau definierten Aufgaben vorgestellt. Die Behandlung der Einbindung der Städte in die Hafenorganisation und die Dokumentation von Gilden, Bruderschaften und anderen Berufsgenossenschaften eröffnet dem Leser auch einen profunden Einblick in die gesamte mittelalterliche Lebenswelt einer Hafenstadt.

Die Autorin stellt die von ihr benutzten, zum Teil schwer zugänglichen Quellen zum Thema sehr ausführlich vor, wobei sie sich der Mühe unterzogen hat, lateinische und dänische Quellen zu übersetzen. Versehen mit einem umfassenden Sach-, Orts- und Namenregister ist der vorliegende Band damit für Forschungen zur Geschichte des Mittelalters ein unentbehrliches Handbuch, das Auskunft geben kann über vielfältige Aspekte städtischen Lebens, insbesondere des 16. und 17. Jahrhunderts.


Über den/die Autor/In

Christina Deggim, geboren 1966 in Bremerhaven und seit 2004 Archivarin am Staatsarchiv in Stade, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Arbeitsalltag auf Schiffen und in den Häfen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. 2003 wurde Christina Deggim mit der vorliegenden Arbeit an der Universität Hamburg promoviert.