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Die Deutsche Atlantische Expedition 1925–1927

Planung und Verlauf

Die Deutsche Atlantische Expedition 1925–1927
Reinhard H. Huxmann
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Hamburg: Convent Verlag
Deutsches Schiffahrtsarchiv 28, 2005; Beiheft

1. Auflage 2007, 125 Seiten, 118 teils farbige Abbildungen, 16,5 x 24 cm, Hardcover, gebunden, 410 g
ISSN 1868-9434ISBN 978-3-86633-005-4
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Zum Inhalt

Mitte der 1920er Jahre unternahm das Vermessungs- und Forschungsschiff METEOR die Deutsche Atlantische Expedition, die über zwei Jahre lang den südlichen Atlantik untersuchte. Die METEOR war ursprünglich als Kanonenboot entworfen worden, wurde dann jedoch durch die Umwidmung zu einer friedlichen Aufgabe vor der Verschrottung aufgrund des Versailler Vertrags bewahrt. Sie wurde damit zum ersten Nachkriegsbau der Reichsmarine der Weimarer Republik. Die Reise fand in Zeiten großer Umbrüche statt. Einerseits hatte man in der Inflationszeit nach dem Weltkrieg mit zahlreichen Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art zu kämpfen, die zu Anpassungen der Absichten und Pläne zwangen. So musste etwa die ursprüngliche Idee einer großen Pazifik-Expedition aufgegeben werden. Andererseits stellte die Reise eine innovative Zäsur am Übergang von der beschreibenden zur physikalischen Meereskunde dar.

Die leitende wissenschaftliche Idee für die Expedition wurde besonders von Alfred Merz vertreten, dem Direktor des Berliner Instituts für Meereskunde und anfangs Expeditionsleiter. Seiner Auffassung nach seien die Strömungen im Wasserkörper der Ozeane durch Dichteunterschiede bestimmt, die wiederum durch die Größen des Salzgehalts und der Temperatur gegeben seien. Um speziell diese Hypothese mit umfangreichem Datenmaterial zu untermauern, wurde während der Deutschen Atlantischen Expedition erstmals ein ganzer Ozean systematisch beprobt, sowohl in der Atmosphäre als auch in der Wassersäule.

Entlang von 13 Traversen lotete man außerdem das Meeresbecken mit der damals noch modernen Echolottechnik aus. Die im Wesentlichen mit Handarbeit gewonnenen Messwerte lieferten die Grundlage für eine umfassend neue Sicht auf die Dynamik der Meere – die Ausgangsthese wurde eindrucksvoll bestätigt. Die Auswertung der Daten nahm mehrere Jahrzehnte in Anspruch und wurde erst in den 1960er Jahren abgeschlossen, wobei zahlreiche zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnisse mit einbezogen wurden.

Das vorliegende Beiheft zum 28. Band des wissenschaftlichen Jahrbuchs »Deutschen Schiffahrtsarchiv« des Deutschen Schiffahrtsmuseums beschreibt die Planungen und den Verlauf der Forschungsreise. Neben den operativen Ereignissen, so etwa dem frühen Tod des Expeditionsleiters, wird auch der Einfluss der logistischen Rahmenbedingungen behandelt. Ebenso wird dargestellt, welche Rolle die Expedition für das Selbstverständnis und die Außendarstellung des Deutschen Reiches nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg spielte.

With an English Summary · Avec un résumé en français


Über den/die Autor/In

Reinhard H. Huxmann, Diplom-Geograph, ist am Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven zuständig für den Forschungs- und Ausstellungsbereich »Geschichte der Polar- und Meeresforschung«.