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»Deutschlands einzige Kolonie ist das Meer!«

Die deutsche Hochseefischerei und die Fischereikonflikte des 20. Jahrhunderts

»Deutschlands einzige Kolonie ist das Meer!«
Ingo Heidbrink
Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Hamburg: Convent Verlag
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 63

1. Auflage 2004, 260 Seiten, 123 Abbildungen, zum Teil in Farbe, farbig bedruckte Vorsätze, 21 x 27 cm, gebunden, mit farbigem Schutzumschlag, 1210 g
ISSN 0343-3625ISBN 978-3-934613-80-5
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Zum Inhalt

Die Meere vor Island, Grönland und Neufundland waren im 20. Jahrhundert über viele Jahrzehnte die Haupteinsatzgebiete der deutschen Hochseefischereiflotte. Die Fischdampfer und Fang-Fabrikschiffe arbeiteten oft nur wenige Seemeilen von den Küsten dieser nordatlantischen Inseln entfernt – das sorgte zunehmend für Konflikte.

Einerseits schufen die guten Fänge im Nordatlantik die Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung der Fischereistandorte an der deutschen Küste, andererseits lösten sich die Inseln von ihren bisherigen europäischen kolonialen Mutterstaaten und entwickelten eigene Interesse – nicht nur politische, sondern auch ökonomische, und insofern waren die Inseln zwingend auf die Souveränität über die Ressource Fisch angewiesen. Das Prinzip der »Freiheit der Meere« war an seine Grenzen gelangt, und es entstanden Fischereikonflikte zwischen den europäischen Nationen und den Uferstaaten der Fanggebiete. Sie kulminierten in den 1970er Jahren in den sogenannten »Kabeljaukriegen« mit Island.

Die vorliegende Untersuchung analysiert erstmals auf wissenschaftlicher Basis die deutsche Rolle in diesen Konflikten und zeigt die Konsequenzen der Auseinandersetzungen für die deutschen Küstenregionen auf. Sie erklärt damit zugleich, daß der drastische Abbau der deutschen Hochseefischereiflotte seit den 1980er Jahren keine unvorhersehbare Entwicklung war, sondern daß vielmehr ihr schnelles Anwachsen knapp ein Jahrhundert zuvor ausschließlich auf dem kolonialen Status der Ufergebiete basierte.


Über den/die Autor/In

Dr. Ingo Heidbrink, Jahrgang 1968, studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, mittlere und neuere Geschichte sowie Geographie in Hamburg. Er arbeitet mit den Schwerpunkten Fischereigeschichte und Museumsschifffahrt. Derzeit leitet er die Abteilung Fischereigeschichte am Deutschen Schiffahrtsmuseum und lehrt als Privatdozent an der Universität Bremen. Die vorliegende Arbeit basiert auf seiner Habilitationsschrift und wurde möglich durch ein zweijähriges Fellowship am Hanse-Wissenschaftskolleg. Forschungsaufenthalte auf Island, Grönland und Neufundland sowie Reisen auf Fischereischutzbooten und -forschungsschiffen trugen wesentlich zu ihrer Entstehung bei.