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Publikationsverzeichnis
„Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums“ |
Andreas
Gondesen
Die letzten Flying
P-Liner
PAMIR,
PASSAT, ihre Schwestern und Halbschwestern der Baujahre 1902 bis 1926
Schriften
des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 69
Oceanum
Verlag, Wiefelstede
2010, 276 S., zahlreiche Schwarzweiß- und Farbabb., Großformat (21
x 27 cm), in Kunstleinen gebunden, mit farbigem Schutzumschlag und beigelegtem
Bauplan
ISBN 978-3-86927-069-2
• ISSN 0343-3625
• EUR 34,90
Erscheint
vorauss. Herbst 2010.
Zum Inhalt:
Der technische
Fortschritt im Schiffbau mit der Entwicklung von überseetauglichen
Dampfschiffen bedeutete in den 1870er Jahren eine Wende für die Frachtsegelschifffahrt.
Die meisten Reeder begannen in dieser Zeit, sich von ihren Seglern zu trennen.
Englische Reeder verkauften ihre Schiffe nach Deutschland, wo man an den
Niedergang der Segelschifffahrt noch nicht glauben wollte. Noch nach 1900
gaben hier und in Frankreich einige wenige Reeder weiterhin neue Frachtsegler
in Auftrag, die größer waren als je zuvor. Mit diesen nach neuen
Konzepten gebauten Hightech-Seglern gelang es einigen von ihnen noch bis
in die 1920er Jahre, der Konkurrenz der Dampfschiffe Stand zu halten.
Das optimale
Frachtsegelschiff nach der Jahrhundertwende war die Viermastbark. Mit diesem
Schiffstyp konnte die deutsche Segelschiffsreederei Laeisz noch nach dem
Ersten Weltkrieg mit Massengut, vor allem Salpeter und Getreide, Gewinne
einfahren. Durch viele neue Entwicklungen, wie z.B. die Jarvis-Brasswinde,
eigenes Ladegeschirr sowie Laufbrücken auf den Schiffen, konnten die
Viermastbarken mit minimaler Besatzung betrieben und in kürzester
Zeit be- und entlanden werden.
Die letzten
acht bei der Reederei Laeisz gebauten Viermastbarken, ihre Bauausführung,
ihre Einrichtungen und ihre Reisen sind Thema dieses Buches. Drei der angesprochenen
Schiffe existieren noch heute. Während die PASSAT und die PEKING in
Lübeck-Travemünde und in New York als Museumsschiffe betrieben
werden, ist die PADUA als russisches Ausbildungsschiff KRUZENSHTERN noch
heute hochseetüchtig. Weitere legendäre Viermastbarken sind die
PRIWALL, berühmt für ihre Kap-Hoorn-Umrundung 1938 in einer Rekordzeit
von 5 Tagen und 14 Stunden, und die 1905 gebaute PAMIR, die durch ihren
Untergang als Schulschiff mit 80 Mann Besatzung 1957 traurige Berühmtheit
erlangte. Die POLA als baugleiche Schwester der PRIWALL hingegen konnte
niemals für ihre deutsche Reederei zum Einsatz kommen. Zu den modernen
acht Seglern der Reederei zählten auch PANGANI und PETSCHILI.
Der Autor,
Andreas Gondesen, der sich seit vielen Jahren mit den großen Frachtsegelschiffen
des 20. Jahrhunderts und ihren Seeleuten beschäftigt hat und selbst
Modellbauer ist, stellt die Schiffe vor und vergleicht sie miteinander.
Vor dem Hintergrund der wesentlichen handelsgeschichtlichen Zusammenhänge,
der Geschichte der Reederei Laeisz, der Salpeterfahrt zur Westküste
Südamerikas und der Australienfahrt, die mit diesen Segelschiffen
betrieben wurden, beschreibt er anhand von Zeichnungen und Fotografien
die einzelnen Frachtsegler und schildert besondere Ereignisse auf ihren
Reisen, die er lückenlos mit den jeweiligen Ladungen und Zwischenhäfen
auflistet. Dabei werden Schiffszeichnungen und historische Fotos präsentiert,
die Gondesen in den vergangenen zehn Jahren in aller Welt zusammengetragen
hat. Viele stammen aus privaten Sammlungen und wurden bisher noch nie publiziert.
Der Band
mit seinen zahlreichen Schiffsplänen, die von Bauwerften und Archiven
aus aller Welt stammen, bietet vielfältige Anregungen als Handbuch
für Modellbauer und Segelschiffsexperten, ist mit seiner reichhaltigen
Illustration mit Fotos zum Leben und Arbeiten an Bord aber auch eine eindrucksvolle
Bereicherung für jeden, der an großen Segelschiffen Freude hat.