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Publikationsverzeichnis
„Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums“ |
Ulrike
Lange-Basman
Dreimastschoner und
Dampfbarkassen
Die
Hamburger Werft J.H.N. Wichhorst in der Zeit des Übergangs vom Holzschiffbau
auf den Eisen- und Stahlschiffbau
Schriften
des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Band 68
Oceanum
Verlag, Wiefelstede
2009, 308
S., mit 187 teilweise farbigen Abb., Großformat (21 x 27 cm), in
Kunstleinen gebunden, mit farbigem Schutzumschlag, 1360 g
ISBN 978-3-86927-068-5
• ISSN 0343-3625 • EUR 39,90
Zum Inhalt:
Die Hamburger
Werft J.H.N. Wichhorst gehört zu den wenigen Hamburger Schiffbau-Unternehmen
des 19. Jahrhunderts, die vom Bau seegehender Holzsegelschiffe auf die
Fertigung von eisernen und stählernen Dampfschiffen umstellten.
1827 gründete
Matthias Wichhorst auf der Elbinsel Veddel eine kleine Schiffbauerei, die
sein Sohn, der Schiffbaumeister Johann Wichhorst, 1839 übernahm. Unter
der Firmierung J.H.N. Wichhorst baute er Schoner, Briggs und Barken. 1860
verlegte er seine Seeschiffswerft an einen günstigeren Standort, den
Kleinen Grasbrook mitten im Hamburger Hafen. Eine vorindustrielle Holzschiffswerft
im 19. Jahrhundert musste keineswegs ein stagnierendes Unternehmen sein,
wie sich unter anderem an der technischen Modernisierung der Werftanlagen
zeigt. Johann Wichhorst legte bereits 1850 ein Trockendock an und war 1861
der erste Werftbesitzer im Hamburger Hafen, der einen Patent-Slip in Betrieb
nahm. Obwohl sie für technische Verbesserungen des Werftbetriebes
durchaus offen waren, zogen die Wichhorsts eine Umstellung auf den Eisenschiffbau
lange Zeit nicht in Erwägung. Noch 1884 ließ der Nachfolger
Johannes M. Wichhorst einen neugebauten hölzernen Schoner vom Stapel.
Erst 1887
begann die Werft mit dem Eisenschiffbau, in einer Zeit, die vom Zollanschluss
Hamburgs an das Deutsche Reich geprägt war. Die Werft J.H.N. Wichhorst
lieferte für nahezu alle Zweige der Hafenschifffahrt Landebrücken
und Fährdampfer, Dampfschlepper und Spezialfahrzeuge, doch ebenso
Frachtdampfschiffe, Leichter und Schleppkähne und anderes mehr.
J.H.N. Wichhorst baute 1890 das Fluss-Feuerschiff für die Station
KRAUTSAND und 1905 das Feuerschiff BÜRGERMEISTER BARTELS. Nach dem
Tod von Johannes M. Wichhorst führten familienfremde Eigentümer
die Werft J.H.N. Wichhorst unter dieser Firmierung weiter, bis das Unternehmen
1917 von der benachbarten Reiherstiegwerft übernommen wurde.
Zur Untersuchung
der Geschichte dieser bisher kaum erforschten Werft konnte die Verfasserin,
Urenkelin von Johannes M. Wichhorst, außer zahlreichen archivalischen
Quellen etliche im Familienbesitz befindliche Dokumente wie eine Familienchronik,
Nachlasspapiere, Urkunden sowie Fotografien und Gemälde auswerten.
Die Unternehmensgeschichte der Werft wird vervollständigt durch rekonstruierte
Baulisten, die sowohl die Holzsegelschiffe als auch die im Eisen- und Stahlschiffbau
entstandenen Fahrzeuge verzeichnen, darunter zahlreiche bisher unbekannte
Bauobjekte. Weitere Listen geben Auskunft über die von den Mitgliedern
der Familie Wichhorst bereederten Schiffe. Außer J.H.N. Wichhorst
werden ausgewählte Schiffbauer, Werftbetriebe und Reedereien aus dem
verwandtschaftlichen, nachbarschaftlichen sowie geschäftlichen Umfeld
von Wichhorst porträtiert, beispielweise die Werft Wichhorst &
Co. aus Altona und die Hamburger Reederei Dampfschifffahrts-Gesellschaft
»Hamburg« GmbH (DGH).
Die Autorin:
Ulrike
Lange-Basman, Jahrgang 1954, studierte Biologie, Germanistik und Pädagogik
an der Universität Hamburg. Sie beschäftigt sich mit der Genealogie
und Unternehmensgeschichte Hamburger Schiffbauer.