
Detlef
Hechtel
Das Ende der Einsamkeit
Zur Geschichte der Kommunikation auf
See
Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums,
Band 65
Oceanum
Verlag, Wiefelstede
2005, 328 S., 187 Abb., davon 61 in Farbe,
Großformat (21 x 27 cm), in Kunstleinen gebunden, mit farbigem Schutzumschlag,
1290 g
EUR 19,90 ISBN 978-3-86927-065-4
Zum Inhalt:
Abertausende mutiger Seefahrer machten
sich in der Vergangenheit auf, die Ozeane zu überqueren. Und immer,
wenn sie die Küste hinter sich ließen, umfing sie ein banges
Gefühl der Einsamkeit. Es gab keine Nachrichtenverbindung zum Land
– was blieb, war die Hoffnung auf eine glückhafte Reise und eine Wiederkehr
nach langem Schweigen.
Der Wunsch, mit einem Schiff in den unendlichen
Weiten der Meere in Verbindung zu bleiben oder sich mit anderen Schiffen
über größere Entfernungen zu verständigen, beherrschte
die Seefahrer und die an Land Gebliebenen gleichermaßen. Wer heute
eine Seereise unternimmt, dem stehen an Bord alle nur denkbaren Telekommunikationstechniken
uneingeschränkt zur Verfügung. Er kann sicher sein, daß,
sollte er einmal – wo auch immer – in Seenot geraten, ein einfacher Knopfdruck
genügt, um Rettungsorganisationen an Land und andere Schiffe zur Hilfeleistung
anzufordern. Dabei stellte noch vor 100 Jahren die Fahrt über die
hohe See ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit ungewissem Ausgang
dar. Es schien so gut wie unmöglich, mit einem Schiff auf See sicher
zu kommunizieren.
Während im Schiffbau eine stetige
Entwicklung stattfand, blieben die Kommunikationsmittel und -verfahren
in der Seefahrt lange auf einem fast mittelalterlichen Stand. Erst mit
dem Einsatz der drahtlosen Telegraphie auf See gelang es endlich, eine
internationale Ordnung zu schaffen. Erstmals in der Geschichte der Seefahrt
nahm man Unglücksfälle auf See nicht mehr fatalistisch hin, es
entwickelte sich vielmehr sogar der an humanitären Werten ausgerichtete
Gedanke, die Funktechnik vorrangig in den Dienst der Sicherheit des menschlichen
Lebens auf See zu stellen. Entstanden ist daraus das weltweit größte
Seenotfunksystem auf der Frequenz 500 kHz, das erst 1999 durch das satellitengestützte
GMDSS endgültig ersetzt wurde.
Der Autor zeichnet in drei Hauptkapiteln
diese Entwicklung nach und geht dabei insbesondere auf die Wendepunkte
ein, die einen verbesserten Einsatz der vorhandenen und aufgrund der Geschehnisse
noch zu entwickelnden Kommunikationsmittel notwendig machten. Daß
diese Wendepunkte häufig die Öffentlichkeit bewegende Schiffskatastrophen
mit vielen Opfern waren, wie der Untergang der DEUTSCHLAND im Ärmelkanal
1875, der TITANIC 1912, der PAMIR 1957 oder der MÜNCHEN 1978, ist
tragisch, zeigt aber – legt man heutige Standards zugrunde – welche Fortschritte
dem Menschen auf dem Gebiet der Nachrichtenübermittlung zur See schließlich
gelungen sind.
Der Autor:
Detlef Hechtel, Jahrgang 1949, schlug
nach einer Lehre als Fernmelder 1970 die Laufbahn des Funkoffiziers ein.
An den Seefahrtschulen Elsfleth und Bremen erwarb er die Seefunkzeugnisse
2. und 1. Klasse. Nach elfjähriger Seefahrtszeit auf Handelsschiffen
in der weltweiten Fahrt wechselte er 1982 in den Küsten- und Peilfunkdienst
zu Norddeich Radio. Von 1988 an war er Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Fernmeldeamtes 6 (ehemals Funkamt) der Deutschen Bundespost. Heute
ist er Chefredakteur einer Zeitschrift für Aus- und Weiterbildung
der Deutschen Telekom in Hamburg.
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