
Karl
B. Kühne und Günther Spelde (Hrsg.)
Das deutsche Seelotsenwesen
Von den Ursprüngen bis in heutige
Zeit
Unter Mitarbeit von Robert Drögemöller,
Konrad Michaelis, Claus Peterson, Uwe Schnall, Erich Schulte und Max Tiedemann
Mit einem Grußwort von Bundeskanzler
a.D. Helmut Schmidt
Hauschild Verlag, Bremen, in Zusammenarbeit
mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven
2006, 480 S., 452 Abb., davon 197 farbig,
Surbalin-Leinenband mit Schutzumschlag, 21 x 27 cm
EUR 58,00 ISBN 978-3-89757-256-0
Zum Buch:
Wo immer Schiffahrt betrieben wurde und
wird, haben sich in schwierigen Küstengewässern die dort fremden
Schiffer von ortskundigen Seeleuten den sicheren Weg weisen lassen. Die
besten Fahrwasserkenntnisse der ursprünglich noch unregulierten, sich
oft verändernden Fahrwasser besaßen einheimische Fischer, die
sich zugleich als Lotsen betätigten. Dabei war es naheliegend, Schiffen
nicht erst bei drohender Gefahr Hilfe zu leisten, sondern die Schiffer
bereits vorher zu beraten und damit Gefahren abzuwenden. Die Anfänge
eines geregelten Seelotswesens waren gemacht.
Bereits im 16. Jahrhundert hatten sich
Lotsen an den deutschen Küsten zu Brüderschaften zusammengeschlossen,
doch der Weg zu einem einheitlichen Lotswesen in Deutschland war klippenreich.
Lange Zeit verliefen Versuche, das einzelstaatlich und revierbezogen gegliederte
Lotswesen grundlegend zu reformieren, erfolglos. Klarheit schuf erst das
Gesetz über das Seelotswesen von 1954. Mit diesem Gesetz wurden die
Rechte und Pflichten auf drei Träger verteilt – die staatliche Aufsichtsbehörde,
die Lotsenbrüderschaften und die Lotsen – und ein Monopol damit ausgeschlossen.
Das Lotseneinkommen bemaß sich fortan ausschließlich nach der
Zahl der gelotsten Schiffe.
Geprägt durch ihre erfahrungsreiche
Seefahrtszeit und Lotstätigkeit sind Seelotsen „Bürger der Meere“.
Die deutschen Seelotsen versehen ihren Dienst zum Wohle der internationalen
Seeschiffahrt und der deutschen Seehäfen im allgemeinen unter Ausschluß
der Öffentlichkeit. Dies mag der Grund dafür sein, daß
selbst Küstenbewohner nur wenig Kenntnis über diesen Beruf haben.
Die ereignisreiche, wechselvolle und mitunter eigenwillige Entwicklung
des deutschen Seelotsenwesens hat eine Arbeitsgruppe ehemaliger Seelotsen
in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven kenntnisreich
nachvollzogen.
Mit der umfangreichen Monographie „Das
deutsche Seelotsenwesen“ liegt damit erstmals eine Darstellung des gesamten
deutschen Seelotswesens zwischen Ems und Memel, von den Anfängen bis
in heutige Zeit, vor. Gefördert durch die Bundeslotsenkammer.
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