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Publikationsverzeichnis
„Deutsche Maritime Studien/German Maritime Studies“ |
Stefan
Kiekel
Die deutsche Handelsschifffahrt
im Nationalsozialismus
Unternehmerinitiative
und staatliche Regulierung im Widerstreit 1933 bis 1940/41
Deutsche
Maritime Studien/German Maritime Studies, Band 12
Verlag
H.M. Hauschild, Bremen
2010, Hardcover,
gebunden, 17 x 22 cm
ISSN 1860-9899
(nicht
im Schriftentausch beziehbar)
Erscheint
voraussichtlich Herbst 2010.
Zum Inhalt:
Unmittelbar
nach der nationalsozialistischen Machtübernahme entbrannte zwischen
einflussreichen Interessengruppen ein erbitterter Machtkampf um die Vorherrschaft
in der deutschen Handelsschifffahrt. Die „traditionellen“ Akteure wie das
Reichsverkehrsministerium oder die Verbände der Reederschaft sahen
sich nach 1933 unversehens einem verbissenen Abwehrkampf gegen selbstbewusste
NS-Parteiorganisationen und die erstarkende Kriegsmarine ausgesetzt.
Dieses
Buch untersucht das Gegeneinander dieser Akteursgruppen anhand der vier
konfliktträchtigsten Brennpunkte der deutschen Schifffahrtsgeschichte
der Jahre 1933 bis 1941, nämlich 1) der „Gleichschaltung“ des Verkehrswesens
nach 1933, 2) der Reorganisation der deutschen Handelsschifffahrt 1934/35,
3) der Reprivatisierung der Großreedereien Hapag und Norddeutscher
Lloyd 1940/41 sowie 4) des spannungsreichen Verhältnisses von Handelschifffahrt
und Kriegsmarine in Friedens- und Kriegszeit.
Im Zentrum
der Betrachtung stehen der Verband Deutscher Reeder als klassischer privatwirtschaftlicher
Wirtschaftsverband und damit die Frage nach den Möglichkeiten lobbyistischen
Handelns auch unter diktatorischen Bedingungen. Untersucht werden ebenfalls
die Hintergründe des 1933 in Gang gesetzten Personalkarussells in
den Führungsgremien der deutschen Großreedereien. Dabei deckt
diese Arbeit bis heute unbekannt gebliebene brisante Affären in den
Vorstandsetagen von Hapag und Norddeutschem Lloyd auf und kommt zu überraschenden
Entdeckungen.
Das Buch
leistet einen anregenden Beitrag zur Frage der Wechselwirkungen zwischen
politischer, militärischer und wirtschaftlicher Macht im Nationalsozialismus
und untersucht darüber hinaus zum ersten Mal systematisch die Organisation
der deutschen Seeschifffahrt samt ihrer Brüche und Kontinuitäten.
Es entwirft ein facettenreiches Gesamtpanorama der deutschen Schifffahrtsgeschichte
nach 1933 und liefert Antworten auf die kontroversen Fragen: „Was ist nationalsozialistische
Schifffahrtspolitik?“ und „In welchem Maße sind in ihr ideologische
Elemente erkennbar?“.
Ein biographischer
Anhang mit 200 Kurzbiographien zeitgenössischer Reeder, Politiker
und Wirtschaftsführer rundet die Arbeit ab.
Der Autor:
Stefan
Kiekel, Jahrgang 1978, studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Politische
Wissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Hamburg,
Studienschwerpunkt Schifffahrts- und Marinegeschichte. 2004 freier Mitarbeiter
am Deutschen Marinemuseum, Wilhelmshaven. 2005–2008 Promotionsstipendiat
der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seit 2009 wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Internationalen Maritimen Museum Hamburg. Kapitänleutnant
der Reserve.