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Publikationsverzeichnis
„Raritäten der Seefahrtsgeschichte aus dem Deutschen Schiffahrtsmuseum“ |
Beschreibung der
drei neuen Schifffahrten, um nach Cathay und China zu kommen
Die
Reisen des Willem Barents über das Nordmeer in den Jahren 1594, 1595
und 1596
Notiert
und erlebt von Gerrit de Veer
Raritäten
der Seefahrtsgeschichte aus dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, Band 2
Wiefelstede:
Edition Stiedenrod 2010
Auf 400
Exemplare limitierte Auflage, fortlaufend von Hand nummeriert!
Erscheint
voraussichtlich Herbst 2010.
| Luxuskassette mit handgefertigtem Faksimile, Transkriptions- und Kommentarband, 42,5 x 26,5 cm | ISBN 978-3-86927-106-4 | EUR 985,00 |
| Schuber mit handgefertigtem Faksimile, Transkriptions- und Kommentarband, 17,0 x 20,5 cm | ISBN 978-3-86927-107-1 | EUR 875,00 |
| Handgefertigtes Faksimile (Echt-Kalbspergament-Einband, Einzelband, 236 S., 37 Abb., große Polarkarte nach W. Barents), 15,5 x 19,5 cm | ISBN 978-3-86927-108-8 | EUR 565,00 |
| Transkriptionsband (Halbleder-Einzelband mit Übertragung von Klaus Stiedenrod, 238 S., 37 Abb.), 15,5 x 19,5 cm | ISBN 978-3-86927-109-5 | EUR 175,00 |
| Kommentarband (Halbleder-Einzelband mit Erläuterungen von Michael Recke, 128 S., 45 Abb.), 15,5 x 19,5 cm | ISBN 978-3-86927-110-1 | EUR 95,00 |
Zum Inhalt:
Schon
während des Aufstands gegen die Spanier entwickelten die Niederländer
– in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts – auch ein eigenes starkes
Interesse, sich am Gewürzhandel mit den Ländern Asiens zu beteiligen.
Jedoch war der Weg um das Kap der Guten Hoffnung voller Unwägbarkeiten,
zumal auch von den Portugiesen kontrolliert. Eine neue Herausforderung
war die Suche nach einem kürzeren Weg durch das Nordmeer.
Einer der
spannendsten und anschaulichsten Berichte über diese Entdeckungsreisen
stammt von dem Niederländer Gerrit de Veer, der über die drei
Versuche, einen nordöstlichen Seeweg nach China zu finden, berichtet.
Niederländische Kaufleute finanzierten diese Reisen. Die erste Expedition
im Jahr 1594 unter Cornelis Cornelisz Nay und Willem Barents führte
in Richtung Karasee. Barents versuchte auf einem Weg nördlich von
Nowaja Semlja nach Osten zu segeln, scheiterte aber an starkem Eis. Die
anderen Schiffe aus Seeland und Enkhuizen kamen in die Karasee, die nahezu
eisfrei war. Als sie auf Land stießen, glaubten sie eine Durchfahrt
nach China gefunden zu haben und kehrten nach Amsterdam zurück.
Daraufhin
wurden für die zweite Expedition sieben Schiffe ausgerüstet,
um Handelsbeziehungen mit Ostasien aufzunehmen. Auf dieser Fahrt im Jahr
1595 ereigneten sich tödliche Unglücksfälle, Disziplinlosigkeiten
und eine Meuterei. Letzlich versperrte ihnen aber Treibeis den Weg zur
Karasee. Wieder zurückgekehrt, war die Enttäuschung der Geldgeber
groß, die keine neuen Expeditionen unterstützen wollten.
Dennoch
wurde eine dritte Fahrt durch den Wagemut einiger Amsterdamer Kaufleute
ausgerichtet. Sie vertrauten den Ideen von Petrus Plancius vom offenen
Polarmeer und schickten im Mai 1596 zwei Schiffe unter dem Befehl von Jan
Cornelisz Rijp und Jacob van Heemskerck aus. Diese segelten weit nach Norden
und entdeckten die kleine »Bäreninsel«, kurze Zeit
später »Spitzbergen«. Danach trennten sich die beiden
Schiffe. Rijp versuchte es in nördlicher Richtung, scheiterte aber
am Packeis. Barents und van Heemskerck wählten einen nordöstlichen
Kurs, gelangten an die Insel Nowaja Semlja, umrundeten deren Nordspitze,
und kurz darauf fror dort deren Schiff in einer Bucht fest. Weil dieses
keinen ausreichenden Schutz gegen den strengen Frost bot, beschlossen die
Männer, eine Unterkunft zu bauen. In dieser Hütte mussten sie
von Oktober 1596 bis zum folgenden Juni überwintern. Sie trotzten
arktischen Temperaturen, den Angriffen von Eisbären, entgingen knapp
einer Kohlenmonoxid- und einer Vitamin-A-Vergiftung. Im Juni 1597 bauten
sie ihre Beiboote um und machten sich dann auf, die russische Festlandküste
zu erreichen. Dieser fast 2000 km lange Weg wurde für die Mannschaft
ebenso anstrengend und gefährlich wie die Überwinterung. Neben
anderen starb kurz nach ihrem Aufbruch ihre Leit figur Willem Barents.
Als der Rest der Mannschaft Ende August Kola erreichte, war die Überraschung
groß, als sie dort auf das Schiff von Jan Cornelisz Rijp stießen,
mit dem sie dann in die Niederlande zurückkehrten.
Obwohl
diese
Expedition am Eis gescheitert war und damit die Hoffnungen zerstört
waren, auf einer nordöstlichen Route nach China zu gelangen, hat man
die Überwinterer gefeiert. Der Reisebericht mit vielen Abbildungen
wurde 1598 zum Bestseller. Noch im selben Jahr brachte Levinus Hulsius
eine deutsche Ausgabe heraus, die mit weiteren Informationen und dramatischeren
Abbildungen versehen war als die niederländische Originalausgabe.
Eines der wenigen davon existierenden Exemplare befindet sich im Deutschen
Schiffahrtsmuseum und wird hier durch eine faksimilierte Ausgabe und die
Übertragung in die heutige Sprache für den Leser erlebbar gemacht
und durch einen ausführlichen Kommentar ergänzt.