Hansekogge von 1380Deutsches Schiffahrtsmuseum

 Der Einbaum von Aschaffenburg

Dieser kaum 2 m lange Einbaum ist auf die 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert und tauchte 1908 bei Aschaffenburg aus dem Main auf.
Er ist nicht gerade zugerichtet und auch nicht breit genug, um einem Menschen Platz zu bieten.
Entlang der beschädigten Oberkanten der Bordwände kann man Spuren von einer Reihe von Löchern erkennen, wie sie für Pontons – Schwimmkörper – von Floßfähren typisch sind: Man montierte über zwei oder mehr Pontons ein Lattenrost, das die Plattform bildete, auf der Mensch, Tier und Wagen übersetzen konnten. Solche Floßfähren waren bis ins 20. Jahrhundert auf kleinen Flüssen in Betrieb.
Der Ponton ist nach der Bergung nicht konserviert worden, und die Folgen sind deutlich: Schrumpfungen des Holzes beim Trocknen haben breite Risse in der Oberfläche entstehen lassen, längs und quer zur Faserrichtung. Deshalb sieht die einstmals glatte Holzoberfläche jetzt aus wie alte Eichenborke. Solche Trocknungsschäden kann man nicht rückgängig machen.
 
Foto: Egbert Laska
Text: Per Hoffmann